Kevin Gaudet war nach dem gestrigen Zweitliga-Playoffduell zwischen den Starbulls Rosenheim und seinen Bietigheim Steelers schlecht auf den Gegner zu sprechen. "Die Rosenheimer haben dreckig gespielt und sind dreckige Checks gegen uns gefahren. Ihr Plan ist leider aufgegangen", schimpfte der kanadische Eishockey-Trainer des SCB nach der 0:3-Niederlage bei den Starbulls. Damit steht es in der Best-of-Seven-Serie nun 2:2 unentschieden. Am nächsten Freitag (20 Uhr) kommt es in der Bietigheimer EgeTrans Arena zur fünften Kraftprobe zwischen den beiden Mannschaften.

Für Gaudet und die Steelers war am Dienstagabend nicht nur das Ergebnis ernüchternd, sondern vor allem auch der Verlust von Stürmer David Rodman. Bereits in der fünften Minute war der slowenische Nationalspieler nach einem schweren Zusammenprall mit einem Rosenheimer benommen auf dem Eis liegen geblieben und musste auf der Bank behandelt werden. Nach einer kurzen Pause kehrte Rodman zwar zunächst wieder aufs Eis zurück. Ab dem zweiten Drittel fehlte der zuletzt so überragende Stürmer allerdings dann komplett. Die Diagnose: eine Gehirnerschütterung. "Vielleicht ist für ihn die Saison sogar beendet", sagte Gaudet verbittert. Somit wäre nach dem verletzten Kapitän Marcel Rodman auch der zweite Teil des Bietigheimer Brüderpaars außer Gefecht gesetzt. Außerdem sind mehrere Steelers-Profis im ohnehin nur dünnen Spielerkader derzeit angeschlagen.

Die Partie hatte für die Gäste bereits denkbar ungünstig begonnen. Bereits nach 27 Sekunden musste Verteidiger Markus Gleich wegen Hakens auf die Strafbank. Weitere 14 Sekunden später zappelte der Puck im Bietigheimer Netz - Michael Fröhlich hatte die Scheibe nach einem Querpass versenkt. SCB-Goalie Mathias Lange, der für den verletzten Jochen Vollmer das Tor hütete, war in die andere Ecke unterwegs gewesen.

Die Starbulls blieben die tonangebende Mannschaft und drückten weiter mächtig auf die Tube. Lange hatte gleich mehrfach Gelegenheit, sich auszuzeichnen. Die Bietigheimer nahmen den Kampf an und wehrten sich heftig, auch wenn im Offensivspiel diesmal beileibe nicht alles wie gewohnt funktionierte. Goldhelmträger Paul John Fenton hatte in der siebten Minute die beste Chance zum 1:1, aber der US-Amerikaner scheiterte am Rosenheimer Keeper Pasi Häkkinen.

Aufgrund des Ausfalls von David Rodman beorderte Gaudet zum zweiten Durchgang Florian Schnitzer zu Chris St. Jacques und Fenton in den ersten Sturm. Die Schwaben kamen nun besser in die Begegnung. Pech hatte Bastian Steingroß bei einem Powerplay - der Verteidiger schoss um Millimeter am gegnerischen Kasten vorbei (28.), und bei Mark Heatleys Versuch parierte Häkkinen glänzend (32.). Nachdem Fröhlich und SBR-Kapitän Stephan Gottwald zum gleichen Zeitpunkt eine Strafzeit aufgebrummt bekommen hatten, lag in doppelter Überzahl erneut der Ausgleich in der Luft. Doch Marcus Sommerfeld, der sich zu einem Stockschlag hinreißen ließ, machte den personellen Vorteil kurz darauf zumindest teilweise wieder zunichte.

Im Schlussdrittel erhöhte Starbulls-Torjäger Gregory Squires nach exakte 48 gespielten Minuten auf 2:0. Die Steelers hielten zwar weiter verbissen dagegen. Gleichwohl fehlte dem Hauptrundensieger nach den kräftezehrenden vergangenen Wochen spürbar die Power, um die Partie noch umzubiegen. Gaudet versuchte in der Endphase trotzdem noch einmal alles. Der Bietigheimer Coach nahm 107 Sekunden vor Spielende Lange vom Eis und brachte einen zusätzlichen Feldspieler. Der erwünschte Erfolg in Form des Anschlusstreffers stellte sich jedoch nicht mehr ein. Im Gegenteil: Ryan Del Monte traf in der letzten Minute mit einem Schuss ins leere Tor zum 3:0-Endstand. Die Halbfinal-Serie zwischen Bietigheim und Rosenheim ist also wieder völlig offen.