Es ist ein Dauerbrenner: Lisa Gette gegen Julika Funke. Ob im Training, auf Lehrgängen oder internationalen Wettkämpfen. Doch dieses Mal war es schon etwas Besonderes, als die beiden 18-jährigen Fechterinnen des FC Würth Künzelsau in Nürnberg gegeneinander auf die Planche traten: Es ging um die deutsche Meisterschaft in der Erwachsenenklasse – obwohl beide noch ein weiteres Jahr in der U 20 startberechtigt sind. Den Siegtreffer zum 15:11 setzte Gette und wurde erstmals deutsche Meisterin. Dies berichtet der Verein. „Als beide Mädchen ihr Halbfinale gewonnen haben, war das schon sensationell”, berichtet Dominik Behr, Sportdirektor des Vereins, und sagt mit einem Lächeln: „Da hatte ich dann schon ein wenig früher Feierabend.”

Zweite mit der Mannschaft

Mit dem Doppelerfolg untermauern die jungen Frauen ihre Position in der deutschen Nationalmannschaft, in der sich ein Generationenwechsel andeutet. Gettes Halbfinal-Gegnerin, Anna Limbach aus Dormagen, ist zwar nach wie vor die erfolgreichste deutsche Säbelfechterin, gehört aber mit fast 30 Jahren schon zu den ältesten Sportlerinnen im Feld. „Der Bundestrainer wird natürlich neben der Leistung bei der deutschen Meisterschaft auch wahrgenommen haben, wie stark das deutsche Juniorenteam ist”, vermutet Behr. Neben Gette und Funke und der Dormagenerin


Larissa Eifler ist auch die Kün­zels­auerin Anna-Lena Bürkert Teil des U-20-Quartetts, das vor einem Monat Europameister wurde. Auch in Nürnberg scheiterte Bürkert erst gegen die erfahrene Limbach im Viertelfinale. Behr schätzt, dass gerade im Hinblick auf die Olympischen Spiele 2024 in Paris den Künzelsauerinnen nach und nach eine tragende Rolle in der Nationalmannschaft zukommt. „Im Moment sind Gette und Funke schon auf einigen Team-Weltcups am Start. Da können sie Erfahrung sammeln und daran wachsen”, so Behr. Erfahrung war auch am zweiten Wettkampftag in Nürnberg eine entscheidende Größe. Im Finale ließen die Frauen vom TSV Bayer Dormagen der Künzelsauer Vertretung keine Chance und verwiesen diese mit einem Endstand von 45:24 auf Platz 2. „Vizemeister ist ein gutes Ergebnis, vor allem wenn man bedenkt, dass auch unsere vierte Fechterin, Vienna Stapf, ebenfalls noch Juniorin ist”, analysiert Behr. Mit einem Durchschnittsalter von 24 Jahren hat Dormagen gegen das Künzelsauer Team (Durchschnitt 18 Jahre) im Moment noch einen Vorsprung. Doch dieser schmelze, da ist sich Behr sicher.

Das könnte dich auch interessieren:

Crailsheim/Ilshofen