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Ulm / MANUELA HARANT UND HANSJÖRG KÄUFER  Uhr
Dreimal Edelmetall für die Ulmer Ruderer bei den Europameisterschaften in Sevilla: Kerstin Hartmann und Lena Müller holten Silber, Maximilian Reinelt sicherte sogar Gold im Deutschland-Achter.

Der Ulmer Ruderclub Donau (URCD) feiert einen Europameistertitel: Maximilian Reinelt setzte sich im Deutschland-Achter durch und knüpfte mit der stark veränderten Mannschaft nahtlos an den Olympiasieg vom vergangenen Jahr an. Die Ulmer Frauen Kerstin Hartmann (Zweier-ohne) und Lena Müller (Leichtgewichts-Doppelzweier) holten jeweils die Silbermedaille.

"Es war ein brutales Rennen, wir mussten alles geben", sagte Maximilian Reinelt nach dem hart erkämpften Start-Ziel-Sieg. "Besonderes unangenehm war der Gegenwind und die große Hitze. Unter den Brücken war das wie im Windkanal." Besonders die Polen mit ihrem starken Endspurt und das niederländische Boot sollten sich als hartnäckige Verfolger auf dem Weg zum ersten Titel seit dem Olympiasieg 2012 in London erweisen. Am Ende gewann der Deutschland-Achter mit einer halben Bootslänge vor Polen und den Niederlanden. Frankreich, Weißrussland und Tschechien folgten in größerem Abstand.

Dennoch war Reinelt mit der Gesamtleistung von ihm und seinen Ruderkollegen Eric Johannesen (Hamburg), Kristof Wilke (Radolfzell), Richard Schmidt (Trier), Anton Braun (Berlin), Felix Drahotta (Leverkusen), Hannes Ocik (Schwerin), Maximilian Munski (Lübeck) sowie Steuermann Martin Sauer (Berlin) nicht zu 100 Prozent zufrieden: "Insgesamt ist das Boot gut gelaufen, wir haben aber dennoch Luft nach oben und müssen uns weiter steigern." Ende August steht die Weltmeisterschaft in Südkorea an und dann werden auch die Briten wieder dabei sein, die bei der EM in allen Bootsklassen fehlten.

Kerstin Hartmann hatte sich mit Ruderpartnerin Marlene Sinnig aus Krefeld beim souveränen Vorlaufsieg schon in eine Favoritenrolle gerudert, mit dem kontinentalen Titelgewinn wollte es aber nicht ganz klappen. Am Ende wurden die beiden wie schon so oft von den starken und hoch gewachsenen Rumäninnen geschlagen und wurden mit mehr als einer Bootslänge Rückstand Zweite. "Eigentlich wollten wir schon Gold, aber heute war nicht mehr drin", musste die in Ulm studierende Kerstin Hartmann neidlos anerkennen. "Nach 1500 Metern hatten wir uns endlich an die Rumäninnen herangekämpft und als wir gleichauf lagen, sind sie uns sofort wieder davon. Gelaufen ist es nicht schlecht, nur haben wir uns das anders vorgestellt." Als sie die Silbermedaille auf dem Siegerpodest überreicht bekam, konnte sie aber schon wieder lachen.

Mit dem zweiten EM-Platz zufrieden war die Olympia-Sechste Lena Müller, die gemeinsam mit Anja Noske (Saarbrücken) nur den ab der 1000-Meter-Marke uneinholbaren Italienerinnen den Vortritt lassen musste. "Wir wussten, dass Italien die dritten 500 Meter sehr stark rudert. So ist es gekommen. Die sind an uns vorbei, da war einfach nichts zu machen", kommentierte die aus Duisburg stammende Lena Müller ihr Rennen im leichten Doppelzweier. "Insgesamt können wir uns mit Silber durchaus anfreunden." In den kommenden vier Wochen heißt es nun erstmal durchatmen, bevor der Vorbereitungs-Endspurt auf die WM in Südkorea (25. August bis 1. September) beginnt.