Querpass Rituale zum Haare raufen

Sebastian Schmid schreibt über die Team-Einstände von Profi-Sportlern.
Sebastian Schmid schreibt über die Team-Einstände von Profi-Sportlern. © Foto: Könneke Volkmar
seb 21.08.2018

Bei Einstandfesten wird kein Unterschied zwischen Jugendspielern und Superstars gemacht. Im Profi-Fußball hat sich für Neuzugänge das Singen vor versammelter Mannschaft, gerne auf einem Stuhl in der Mitte des Raumes, etabliert. Dank Smartphone sind die Videos davon blitzschnell im Internet. Deshalb wissen nun auch alle Juven­tus- und Cristiano-Ronaldo-Fans, dass die Sangeskünste des Portugiesen seinen Fähigkeiten am Ball deutlich hinterherhinken. Aber immerhin schmettert der 33-Jährige voller Inbrunst und gut gelaunt los. Wahrscheinlich weiß er, dass er mit diesem Einstandsritual noch gut bedient ist.

Bundesliga-Profi Naldo vom FC Schalke 04 erinnert sich noch heute gut an seine Aufnahme ins Werder-Team – zumindest an den Anfang des Abends. Der damals 22-Jährige musste in Bremen mit jedem älteren Spieler einen Schnaps trinken. „Und wir hatten eine sehr erfahrene Mannschaft“, verriet der inzwischen 35-Jährige der „Welt“. Zuhause konnte er kaum noch die Treppe hochlaufen. Die darauffolgenden drei Tage Kopfschmerzen sieht Naldo mit Humor: „Niemand hat gesagt, dass Integration einfach ist.“

Etwas extremer fällt der Einstand in den USA bei den NFL-Footballern der Denver Broncos aus. Hier werden die Neulinge von den Routiniers mit dem Rasierapparat frisiert – das Ergebnis ist zum Haareraufen. Ein Fußball-Klub mit einem solchen Aufnahme-Ritual braucht bei Ronaldo erst gar nicht wegen eines Wechsels anfragen. Bei der Frisur hört bei ihm bekanntlich der Spaß auf.

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