Ringen Ringer-Weltmeister Stäbler: Mit Mamas Fleischbrühe zum zweiten Triumph

Wieder eine Goldmedaille um den Hals: Frank Stäbler.
Wieder eine Goldmedaille um den Hals: Frank Stäbler. © Foto: afp
dpa 23.08.2017
Der Star vom TSV Musberg bei Stuttgart ist erneut Weltmeister und auch beim Gewichts-Jojo top.

Nach seinem historischen zweiten WM-Titel plagte Ringer-Champion Frank Stäbler nur noch der Heißhunger. „Ich brauche jetzt unbedingt einen Burger oder ein großes Stück Torte. Aber im Hotel gibt es nichts mehr“, sagte der Griechisch-Römisch-Spezialist vom TSV Musberg bei Stuttgart. Wenige Minuten zuvor hatte der 28-Jährige als erster deutscher Ringer das Kunststück fertiggebracht, WM-Gürtel in zwei Gewichtsklassen (66 und 71 Kilogramm) zu holen. Und das innerhalb von nur zwei Jahren. Kurz vor Mitternacht organisierte sein Manager Jens Zimmermann dann den ersehnten Cheeseburger. Genuss pur nach qualvollen Tagen.

Die Tortur von sechs Kämpfen innerhalb von zehn Stunden hatte Spuren hinterlassen – acht Kilo von der Qualifikation bis nach dem Finalkampf gegen den Kasachen Demeu Schadrajew (8:3). Zur Erinnerung: Um beim offiziellen Wiegen am Abend vor dem Wettkampf auf die 71 Kilo kommen, hatte der Stäbler in fünf bis sechs Tagen sechs Kilogramm abgenommen. Doch dank der selbst gemachten Fleischbrühe von Mama Michaela waren über Nacht pünktlich zum Wettkampf am Montag in der Qualifikation wieder fünf Kilogramm mehr auf den Rippen. Dann ging es mit dem Gewicht im Laufe des Wettkampfes wieder rapide bergab. Dieses Gewichts-Jojo kennt Stäbler aber seit Jahren. Als er bis zu den Olympischen Spielen in Rio noch im Limit bis 66 Kilo startete, musste er in der Regel bis zu acht Kilo abnehmen.

Eisele „schultert“ sich zu Bronze

Pascal Eisele aus Fahrenbach hat im griechisch-römischen Stil die Bronzemedaille gewonnen und damit den Medaillensatz für das deutsche Team komplettiert. Denis Kudla hatte mit Silber seine erste WM-Plakette bei den Senioren geholt. „Da fehlen mir die Worte, drei Medaillen mit Gold, Silber und Bronze nach zwei Tagen, einfach Wahnsinn“, sagte Bundestrainer Michael Carl. Der Europameister von 2016 Eisele setzte sich im „kleinen Finale“ um Platz drei in der Klasse bis 80 kg gegen seinen EM-Nachfolger Surabi Datunaschwili aus Georgien mit einem Schultersieg durch. Eisele hatte im Viertelfinale verloren. Nachdem sein Bezwinger das Finale erreichte, gewann Eisele in der Hoffnungsrunde gegen den Schweden Alex Bjurberg Kessidis.

Einzig Eduard Popp aus Neckargartach (130 kg) blieb der Weg aufs Podest verwehrt. Der 26-Jährige hoffte nach seiner Viertelfinal-Niederlage gegen den Kubaner Oscar Pino (1:3) vergeblich auf dessen Finaleinzug.