RANDNOTIZ: Münchner Lachplatte

THOMAS GRUBER, BAYERN 30.12.2014

Mia san mia! Als schier unerschütterlich gilt das bajuwarische Selbstverständnis. Gibt's dann doch mal eine deftige Watsch'n, wie zum Beispiel eine Champions-Final-Niederlage des FCB oder eine volksmehrheitlich abgelehnte Olympia-Bewerbung für München, dann schüttelt sich der blau-weiß-beherzte Bayer kurz mit seinem Gamsbart-Hut, und der Blick richtet sich flugs nach vorne.

München, die selbsternannte Weltstadt mit Herz, versucht sich seit wenigen Jahren als alpine Wintersport-Metropole. Ein Weltcup-Parallelslalom am Neujahrstag im Olympiapark - das zöge die Massen an. Erst zweimal ging der Plan auf, das war 2011 und 2013. Blöd wird's, wenn es keinen Schnee gibt. Zweimal wurde daher zuletzt die Veranstaltung abgesagt. Dadurch gewarnt, sagten die Münchner heuer schon weit vor Weihnachten den für Neujahr angesetzten Weltcup ab. Wie bitte? Frau Holle schüttelt derzeit derart vehement die Betten - auch über der Möchte-gerne-Wintersportstätte München -, dass sie mit Krämpfen in den Oberarm-Partien geplagt sein dürfte. Schnee allerorten, aber München pfeift voreilig auf den Ski-Weltcup!

So gesehen ist's pures Glück, dass die bayerische Landeshauptstadt keine Zustimmung für die Bewerbung um die Winterspiele 2022 erhielt.