Radrennen Deutsche Enttäuschung bei der Tour de France

Paris / sid 30.07.2018

Nur ein Etappensieg, Stürze, verletzte Ehre – und ein paar Lichtblicke: Die mit großen Erwartungen gestarteten deutschen Profis haben zum Teil herbe Enttäuschungen erlebt und die Tour mit dem schlechtesten Ergebnis seit acht Jahren abgeschlossen. John Degenkolb (Trek-Segafredo) verhinderte mit seinem Tageserfolg in Roubaix eine Nullrunde wie 2010, als es letztmals keinen einzigen deutschen Etappensieg gegeben hatte. „Wir waren die letzten Jahre auch immer ein bisschen verwöhnt“, sagte Sunweb-Fahrer Simon Geschke.

Allen voran die Top-Sprinter Marcel Kittel und Andre Greipel schoben Frust. Beide blieben sieglos – und sorgten auch abseits für Negativschlagzeilen. Nach fehlenden Siegen in der sprinterfreundlichen ersten Woche fiel sein Sportlicher Leiter Dimitri Konyschew in einem Zeitungsinterview über Kittel her, warf ihm unter anderem „Egoismus“ vor.

Heimreise

Kurz darauf fiel Kittel auf der schweren Alpenetappe nach La Rosiere aus dem Zeitlimit. Das Debakel war perfekt. Auch Greipel musste die Heimreise antreten, nachdem er auf dem Weg nach L‘Alpe d‘Huez wie auch sein Helfer Marcel Sieberg vorzeitig ausgestiegen war.

Glücklos verlief das Rennen für Kittels Teamkollegen Rick Zabel, der gemeinsam mit Greipel ausstieg, sowie für Tony Martin. Der viermalige Zeitfahr-Weltmeister erlitt bei einem Sturz auf der 8. Etappe eine Wirbelfraktur.

Nikias Arndt immerhin machte beim Team Sunweb ebenso einen guten Job wie Teamkollege Geschke. Geschke war als 25. der Gesamtwertung auch bester Deutscher. Marcus Burghardt schuftete beim deutschen Team Bora-hansgrohe für Weltmeister Peter Sagan (Slowakei), der zum sechsten Mal das Grüne Trikot gewann. Unauffällig, aber überaus wertvoll agierte Paul Martens beim Team LottoNL-Jumbo.

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