Querpass Querpass: Die Zukunft ist rosarot

Wolfgang Scheerer über Experimente zur Beeinflussung des sportlichen Gegners
Wolfgang Scheerer über Experimente zur Beeinflussung des sportlichen Gegners © Foto: Wolfgang Scheerer
Ulm / swp 22.08.2018

Dass Farben auf die menschliche Psyche wirken und Stimmungen beeinflussen, ist mehr als bunte Spekulation. Ein knalliges Rot soll Leidenschaft und Liebe befeuern, Energie und Vitalität wecken. Gelb ist wie ein Licht gegen Pessimismus, Grün (gewohnt aus der umgebenden Natur) gibt Sicherheit.

  Diese ganze Palette an Erfahrung versucht jetzt trickreich der englische Zweitligist Norwich City zu nutzen. Die „Kanarienvögel“, wie die Norwich-Kicker auch genannt werden, wollen ihre Gegner künftig einlullen. Deshalb wurde die komplette Umkleidekabine der Gastmannschaften im Stadion Carrow Road in knalligem Pink gestrichen. Von Rosarot heißt es, die Farbe senke den Spiegel des männlichen Hormons Tes­tosteron und habe folglich einen beruhigenden Effekt.

Norwich-Sportdirektor Stuart Webber informierte die Anhänger des Klubs über die Aktion, gab dazu aber keinen weiteren Kommentar ab. Nach bislang zwei Heimspielen ist noch nicht geklärt, ob der Farbwechsel auch wirklich sportliche Wirkung entfaltet. Gegen West Bromwich Albion verlor Norwich 3:4, im Liga-Pokal gegen den Viertligisten Stevenage gab es einen 3:1-Erfolg. Nach drei Ligaspielen belegt die Mannschaft sieglos den 20. Platz.

Auf jeden Fall scheint Norwich bei der Farbverteilung irgendwie cleverer als es die Tübinger Bundesliga-Basketballer waren, wo Boden und Tribünen der eigenen Paul-Horn-Arena komplett in Pink getaucht wurden. Ergebnis: Die Walter Tigers stiegen letzte Saison mit 33 Niederlagen in 34 Spielen ab. Da half auch der eine einzige rosarote Heimsieg nichts mehr.

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