Querpass

Thomas Gruber mit flüchtigen Gedanken zu flüchtigen Ereignissen.
Thomas Gruber mit flüchtigen Gedanken zu flüchtigen Ereignissen. © Foto: Volkmar Könneke
Thomas Gruber 12.09.2017

Ausgesprochen von einem TV- oder Radio-Reporter kennt fast jeder den Spruch: „Fluchtartig verlassen sie das Stadion...“ Ja! Da liegt die Heim-Mannschaft rund zehn Minuten vor dem Ende zum wiederholten Male 0:3 oder 1:5 zurück, wenn zum Beispiel des Gegners Stürmer „Ibra“ Ibrahimovic mal wieder Hurrikan-gleich stürmte und spektakulär eingenetzt hatte. Flinken Fußes wendet sich der Fußball-Fan ab und flüchtet aus dem Stadion. Und nun erhebt sich die Frage: Ist dieser Frustrierte ein Flüchtling? Wenn ja, ab wann? Nach Ausreise aus dem Stadion, dem Bezirk oder den kleinkarierten Linien des Landkreises? Ist ein Kumpel automatisch ein Flucht-Helfer, nur weil er das Sammel-Taxi zur Abfahrt bezahlt?

Sportliche Ereignisse sind all zumeist von großer aktueller Bedeutung. Einmaliges bleibt manchmal im Gedächtnis, vieles verflüchtigt sich durch die kaum überschaubare Anhäufung von Terminen und auch gelegentlich – pardon  – verflucht vielen aufgemotzten Events, die einen schlicht entfliehen lassen aus der Pay-TV-Welt, die ohnehin nicht immer stressfrei funktioniert. Siehe Eurosport.

Wie minimalistisch fühlt sich eine Flucht aus dem Stadion an? Bloß wegen eines nackten 0:3 oder blamablen 1:5? Dabei ist das Stadion an und für sich gemeinhin schon eine Stätte der Zuflucht. Lasset die Spiele beginnen, nichts wie hin in die Arenen der Millionen-Euro-­Druck-Maschinen-Fabrik namens Champions-League. Aber Vorsicht vor Steuer-Flüchtlingen, die mitunter in diesem Milieu gesehen worden sein sollen.