Berlin Politik gegen Olympia-Aus der Ringer

Berlin / SID 25.04.2013

Die deutschen Ringer bekommen im Kampf gegen das drohende Olympia-Aus Unterstützung aus der Politik. Der Sportausschuss des Deutschen Bundestages stimmte einstimmig für den fraktionsübergreifenden Antrag "Ringen vor dem Ausschluss aus dem olympischen Programm bewahren".

Mitte Februar hatte sich das Internationale Olympische Komitee (IOC) überraschend dafür entschieden, das seit 1896 in Athen olympische Ringen aus dem Kernprogramm der Spiele 2020 zu streichen. Eine endgültige Entscheidung fällt Ende des Jahres. Konkurrenten um einen Platz sind unter anderem Sportklettern, Squash, Wakeboard und Wushu.

In dem nun beschlossenen Antrag wird die Bundesregierung aufgefordert, den Deutschen Ringerbund (DRB) bei möglichen Reformen zu unterstützen, die Problematik eines Ausschlusses bei der Weltsportministerkonferenz Ende Mai in Berlin zu thematisieren und sich für einen verstärkten sportpolitischen Austausch - insbesondere mit den Ringernationen USA und Russland - einzusetzen. Dem Antrag muss jetzt der Bundestag noch zustimmen. In den vergangenen Wochen hatten sich bereits Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich und Finanzminister Wolfgang Schäuble für eine Zukunft der Sportart bei Olympia ausgesprochen.

Im Sportausschuss ging es gestern auch um den Kampf gegen das Doping. Die deutschen Anti-Doping-Kämpfer sehen die von der Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada angedachte Vier-Jahres-Sperre für erwischte Sünder kritisch. "Eine solche Sperre ist schwer mit deutschem Recht vereinbar", sagte Lars Mortsiefer, Justitiar der Nationalen Anti Doping Agentur (Nada), vor dem Sportausschuss.

Problematisch sei bei der neuen Dauer der Sperre vor allem die Frage nach der Verhältnismäßigkeit und ob eine solche Sperre einem Berufsverbot gleichkomme. Derzeit wird der aktuelle Wada-Code überarbeitet. Bislang war eine Dopingsperre von mehr als zwei Jahren nur unter besonderen Voraussetzungen möglich.

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