Falun Nordische Ski-WM: Fast alle Wünsche erfüllt

Johannes Rydzek (links) und Eric Frenzel sorgten nochmals für Jubel - Severin Freund gelang fürs Team nicht mehr der ganz große Sprung. Fotos: dpa/Imago
Johannes Rydzek (links) und Eric Frenzel sorgten nochmals für Jubel - Severin Freund gelang fürs Team nicht mehr der ganz große Sprung. Fotos: dpa/Imago
DPA 02.03.2015
Zum Abschluss der nordischen Ski-WM gehen nicht alle Wünsche in Erfüllung. Für den Deutschen Skiverband waren es mit acht Medaillen - fünf davon aus Gold - dennoch die bisher erfolgreichsten Titelkämpfe.

Die Nordischen Kombinierer um Medaillenhamster Johannes Rydzek entschwanden nach Silber im Teamsprint in eine lange Party-Nacht, die Skispringer gönnten sich nach dem Absturz im Mannschaftswettbewerb ein Frustbier. Auch wenn sich der Traum vom historischen Gold-Rekord für die deutschen Ski-Asse zum WM-Abschluss nicht erfüllte, verzeichnete der Deutsche Skiverband (DSV) in Falun geschichtsträchtige Titelkämpfe. "Unsere Erwartungen und Ziele wurden noch getoppt. Das waren die erfolgreichsten nordischen Weltmeisterschaften, die es je für den Verband gab", frohlockte DSV-Präsident Franz Steinle.

Mit fünfmal Gold, zweimal Silber und einmal Bronze wurde der deutsche Titel-Rekord, 1974 an gleicher Stätte durch die DDR aufgestellt, egalisiert. Mit dieser Bilanz avancierte Deutschland zur zweitbesten Ski-Nation hinter den dominierenden Norwegern (11-4-5), die in der dreimaligen Weltmeisterin Therese Johaug und Vierfach-Champion Petter Northug auch die WM-Stars stellten. Beide krönten ihren überragenden WM-Auftritt am Wochenende mit Langlauf-Gold auf den langen Kanten über 30 bzw. 50 Kilometer.

Solch ein Finale blieb Severin Freund verwehrt. Im Teamwettbewerb reichte es für die deutschen Skispringer am Samstag nur zu Rang fünf - 63,4 Punkte hinter Weltmeister Norwegen. Silber ging an Österreich, Bronze holte Polen. "Natürlich sind wir enttäuscht, denn eine Medaille war das große Ziel. Schade, dass es nicht geklappt hat", sagte Freund. Der Ärger über den Absturz hielt bei dem zuvor mit zweimal Gold und einmal Silber reichlich dekorierten Super-Adler jedoch nicht lange an. "Es war eine schöne WM", sagte Freund, der bei seinem unglaublichen Final-Flug über 143 Meter fast schon im Auslauf gelandet war. Auch Bundestrainer Werner Schuster wollte sich das überragende Ergebnis bei den Titelkämpfen nicht kaputtreden lassen. "Für uns wird es eine unvergessliche WM bleiben. Sonst haben wir uns oft mit bescheidener Qualität zusammengerauft und in der Mannschaft eine Medaille geholt. Jetzt haben wir mit Severin den besten Skispringer der Welt in unseren Reihen. Er ist in die Topkategorie aufgestiegen", resümierte er.

Johannes Rydzek und Eric Frenzel sorgten mit Silber im Teamsprint der Nordischen Kombination für noch einen Höhepunkt. "Wir hatten vier Wettkämpfe und standen viermal auf dem Stockerl. Wir haben einen Einzel-Weltmeister, im Team nach 28 Jahren endlich Gold - wir sind vollauf zufrieden", bilanzierte Bundestrainer Hermann Weinbuch. Rydzek fehlten nach einer grandiosen Aufholjagd auf der Schlussrunde im Finish gegen den Franzosen Jason Lamy Chappuis nur 2,7 Sekunden zum dritten WM-Titel. Mit zwei Gold sowie je einmal Silber und Bronze ragte der 23-Jährige bei der WM dennoch heraus. "Das passiert nicht alle Tage, daher genieße ich das jetzt so wahnsinnig", sagte Rydzek.

Lange Gesichter gab's nur in der Loipe. Zwar schaffte Stefanie Böhler mit Platz sechs über 30 Kilometer das beste WM-Ergebnis ihrer Karriere, die Bilanz konnte sie damit wie die Herren über 50 Kilometer aber auch nicht mehr retten. Auch vor zwei Jahren kehrten die Langläufer ohne Medaille heim. "Mit dem Langlauf sind wir natürlich nicht zufrieden", so Steinle. "Aber als Gesamt-Team haben wir uns hier hervorragend präsentiert."

Medaillen-Spiegel

Endstand nach 21 Entscheidungen

Gold Silber Bronze

1. Norwegen 11 4 5

2. Deutschland 5 2 1

3. Schweden 2 4 3

4. Frankreich 1 2 3

5. Österreich 1 2 2

6. Russland 1 1 0

7. Italien 0 1 1

Japan 0 1 1

Kanada 0 1 1

USA 0 1 1

11. Schweiz 0 1 0

Tschechien 0 1 0

13. Polen 0 0 2

14. Finnland 0 0 1