Schwimmen Noch keine Medaille bei Schwimm-WM

Duell auf dem Plattensee: Finnia Wunram (v.) und die Japanerin Yukimi Moriyama.
Duell auf dem Plattensee: Finnia Wunram (v.) und die Japanerin Yukimi Moriyama. © Foto: afp
Budapest / sid 17.07.2017

Wasserspringer Patrick Hausding verfehlte zum zweiten Mal knapp das Podest, die erfolgsverwöhnten Freiwasserschwimmer um Olympia-Hoffnung Finnia Wunram gingen leer aus: Am ersten WM-Wochenende in Ungarn blieben die Athleten des Deutschen Schwimm-Verbandes (DSV) noch ohne Medaille.

Fünf Punkte fehlten Rekordeuropameister Hausding im WM-Finale vom 1-m-Brett in Budapest zu Bronze, der Berliner musste im Finaldurchgang den Italiener Giovanni Tocci noch auf den dritten Rang vorbeiziehen lassen. „Eine Medaille wäre zwar super, aber ein Weltuntergang ist Platz vier auch nicht. Das ist nur meine Nebendisziplin“, sagte Hausding. Gold und Silber gingen wie erwartet an die beiden Chinesen Peng Jianfeng und He Chao.

Bereits 21 Stunden zuvor hatte Hausding zusammen mit Stephan Feck im 3-m-Synchronspringen als Fünfter um knapp 15 Zähler Edelmetall verpasst. Am heutigen Montag will der Olympiadritte seinem langjährigen Synchronpartner Sascha Klein vom Turm einen krönenden Karriereabschluss bescheren. Mit dem Dresdner hatte er 2011 WM-Silber und 2013 Gold gewonnen.

Nach über zwei Stunden im Plattensee trennten Wunram nur 8,9 Sekunden von der ersten WM-Medaille für die deutschen Freiwasserschwimmer, die 21-Jährige strahlte trotzdem. „Ich wollte unbedingt unter die Top zehn“, sagte die Magdeburgerin nach ihrem siebten Platz über zehn Kilometer, „das gibt Selbstbewusstsein.“ Erstmals auf der olympischen Distanz in die Weltspitze vorgestoßen, ist Wunram eine große Hoffnung für Tokio 2020.

Bundestrainer beschwichtigt

Die Gegenwart sieht jedoch trist aus, die glorreichen Zeiten mit Rekordweltmeister Thomas Lurz sind endgültig vorbei. „Es ist eine Umbruchphase“, gab Bundestrainer Stefan Lurz zu. Dies war bereits zum Auftakt deutlich geworden: Auf ihrer einstigen Paradestrecke über fünf Kilometer schwammen die Deutschen weit hinterher und blieben zum ersten Mal seit 2001 ohne Edelmetall. Auf der Distanz, auf der Thomas Lurz und Co. bei zwölf Weltmeisterschaften in Folge zwölf Medaillen gewonnen hatten, landeten die Debütanten Marcus Herwig und Ruwen Straub abgeschlagen auf den Rängen 26 und 28.

Die Wasserspringer waren näher dran: Zwölf Zähler trennten Tina Punzel  im Finale vom 1-m-Brett als Sechste vom Podest, Louisa Stawczynski wurde Achte – ebenso wie das Synchron-Duo Christina Wassen/Florian Fandler im Mixed-Wettbewerb vom Turm. Bereits im Vorkampf schied Christina Wassen mit ihrer Schwester Elena als 15. im Turm-Synchronspringen aus.

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