Bei der heute mit der Eröffnungszeremonie beginnenden Schach-WM im indischen Chennai kommt es zum Duell der Generationen. Titelverteidiger Viswanathan Anand, 43, trifft auf den erst 22-jährigen Norweger Magnus Carlsen - und ist nur Außenseiter. Das Duell zwischen dem "Mozart des Schachs" und dem "Tiger von Madras" ist das womöglich größte Duell um den Schach-Thron seit den mittlerweile legendären Partien zwischen Bobby Fischer und Boris Spassky 1972. Für die besondere Faszination sorgt vor allem der Herausforderer. Carlsen avanciert in jungen Jahren schon zum Superstar der Szene. In seiner Heimat ist er bereits einer der bekanntesten Prominenten. Ob Teenager-Magazin, Boulevard-Zeitung oder seriöse Blätter - Geschichten über Schach bringen durch ihn in Norwegen mittlerweile Auflage. Carlsen besitzt den Glamourfaktor. Eine Modemarke verpflichtete den Wuschelkopf mit dem markanten Kinn gar als "Posterboy". Häufig wirkt der durchtrainierte Profi auf den ersten Blick unnahbar, gelangweilt. Doch am Brett ist es damit vorbei, da ist er ein Kämpfer. "Man sollte in jedem Spiel das Letzte geben, das ist man sich und den Schachfans schuldig", sagt er. In das Match über zwölf Partien, das am Samstag mit Zug eins beginnt und spätestens am 28. November endet, geht er als jüngster Weltranglistenerster überhaupt. Nur auf Rang acht rangiert Anand.