Schladming NEBEN DER SPUR: Kopfschütteln vor der heißen Abfahrt

Thomas Gruber berichtet von der Ski-WM
Thomas Gruber berichtet von der Ski-WM
Schladming / SWP 09.02.2013

Von sehr großer Bedeutung sind die Trainings-Abfahrten - weniger für die Zuschauer, aber für die WM-Hauptdarsteller. Wer gestern freilich die Generalprobe zur heutigen Männer-Abfahrt gesehen hat, der konnte nur mit dem Kopf schütteln.

Zunächst einmal war der Beobachter einfach nur baff, welch grandiose Herausforderung da heute auf die Speed-Spezialisten zu kommt. Zahlreiche waghalsige Sprünge gilt es zu bewältigen, die Herren-Abfahrt in Schladming dürfte sich zu einer großartigen Ski-Show entwickeln.

Kopfschütteln löste jedoch die Tatsache aus, dass die Herren gestern kurz vor der Zieleinfahrt abschwingen mussten, weil parallel im selben Zielgelände die Kombi-Damen die Weltmeisterin suchten - und in Maria Höfl-Riesch auch fanden.

Es hagelte deutliche Kritik am Veranstalter von allen Seiten, weil speziell der Zielhang einige Schwierigkeiten birgt. Da hätten die meisten Abfahrer gerne noch eine Probefahrt bis über die Ziellinie absolviert, um für heute perfekt vorbereitet zu sein.

Einer freilich aus dem Lager der Österreicher, Mitfavorit Hannes Reichelt, im Super G noch so unglücklicher Vierter, befand die unorthodoxe Lösung als toll: "Des woar schee. Do sann a boar richtig fesche Hasn dabei", erkannte der eher als zurückhaltend geltende Mitbürger mit glänzenden Augen, als er im Zielraum auf die Kombi-Damen traf. Zur Verdeutlichung: Außer beim Team-Wettbewerb ist es so gut wie nie der Fall, dass Herr Igel auf Frau Hase trifft.

Ob Telefonnummern ausgetauscht wurden oder untereinander heißes Twittern angesagt war, ist an dieser Stelle unbedeutend. Gestern jedenfalls war Abfahrer Igel schneller als die Kombi-Frau - was in diesem Fall aber rein an der sportlichen Disziplin lag.