Schladming Neben der Spur: Flagge zeigen für Haiti

Jean-Pierre Roy geht für Haiti an den Start. Foto: dpa
Jean-Pierre Roy geht für Haiti an den Start. Foto: dpa
Schladming / THOMAS GRUBER 13.02.2013
Früher war ja bekanntlich vieles besser. Da tauchte zum Beispiel ein Michael Edwards bei den Olympischen Winterspielen 1988 auf - und stürzte sich als "Eddie The Eagle" mit dicker Brille von den Skischanzen. Oder der legendäre Jamaika-Bob, der Cool-Runnings-Geschichte schrieb.

Mittlerweile ist es allerdings in Mode gekommen, dass irgendwelche Exoten die Plattform wintersportlicher Großereignisse nutzen, um möglichst groß rauszukommen. Vor drei Wintern bei den Winterspielen in Vancouver wollte ein "Schneeleopard" aus dem Senegal medial im Zentrum stehen. Doch er konnte unverrichteter Dinge samt professionellem Betreuerstab wieder abziehen, er hatte keine Starterlaubnis. Stamm-Gast bei Ski-Weltmeisterschaften ist auch Hubertus von Hohenlohe, der in Schladming an den Start gehen möchte. Der für Mexiko startende Party-Löwe wird jedoch kaum in den Ergebnislisten auftauchen. Der Weltverband Fis hat seit einigen Jahren Qualifikationsrennen eingeführt, die dieses Mal abseits des WM-Hangs auf der Reiteralm ausgetragen werden. Die besten 25 sind dann im Riesenslalom und im Slalom am Start.

Ein besonderes Anliegen hat jedoch Jean-Pierre Roy: Der 49-Jährige geht zusammen mit Benoit Etoc für Haiti an den Start. Der bei Paris lebende Hobby-Skifahrer besuchte wenige Monate nach dem verheerenden Erdbeben am 12. Januar 2010 seine Heimat. "Ich bekam einen Riesenschock", sagte er über die schrecklichen Zustände. Jean-Pierre überlegte, wie er seinem Heimatland helfen könnte. "Ich repräsentiere meine Nation über das Skifahren, um Werbung zu machen: Haiti hat tolle Strände, tolle Mädels, es ist wunderschön, dort Urlaub zu machen." Vor zwei Jahren war er erstmals in Garmisch am Start. Dort scheiterte er in der Quali als 99. und Letzter. Dieses Mal wird er besonders geehrt: Zusammen mit Benoit und dem Jamaikaner Michael Williams fährt er um den "Cool Runnings Cup". Erster, Zweiter, Dritter - zum Spaß, "aber sagen Sie nichts der Fis", ergänzt er grinsend.

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