Leichtathletik Mit großen Sprüngen in Richtung Saisonfinale

Die Weitsprung-Europameisterin gewann auch beim Diamond-League-Meeting in Birmingham: Malaika Mihambo von der LG Kurpfalz landete bei starken 6,96 Metern.
Die Weitsprung-Europameisterin gewann auch beim Diamond-League-Meeting in Birmingham: Malaika Mihambo von der LG Kurpfalz landete bei starken 6,96 Metern. © Foto: Imago
Berlin / dpa 19.08.2018

Die deutschen Leichtathleten sind auch nach der Heim-EM in Berlin weiter in guter Form. Beim Diamond-League-Meeting in Birmingham schafften sie vier Siege. An der Sieben-Meter-Marke kratzte dabei Weitsprung-Europameisterin Malaika Mihambo.

Die 24-Jährige  von der LG Kurpfalz hat nach dem Triumph von Berlin ein neues Ziel: diese Barriere zu überwinden. Bei hochkarätigen Wettbewerb am Samstag auf der britischen Insel, wo die deutschen Leichtathleten insgesamt vier Erfolge feierten, fehlten mit 6,96 Metern vier Zentimeter. Mit 16 Zentimetern Rückstand landete Dreisprung-Olympiasiegerin Caterine Ibargüen aus Kolumbien auf Rang zwei. Mihambo war nur im Mai in Weinheim mit 6,99 Metern jemals weiter gesprungen.

„Ich hoffe, auch beim Diamond-League-Finale in Brüssel so gut wie heute zu springen – oder noch besser“, meinte Malaika Mihambo. In der belgischen Hauptstadt geht es am 31. August um 50 000 Dollar Prämie und eine Wildcard für die WM Ende September 2019 in Doha/Katar.

Eine erfolgreiche EM-Revanche gelang Kugelstoßerin Christina Schwanitz, die mit 18,20 Metern vor Europameisterin Paulina Guba (17,92 Meter) gewann. Im Berliner Olympiastadion unterlag die 32-Jährige vom LV 90 Erzgebirge im letzten Stoß gegen die Polin.

Auch im Speerwerfen holte sich der EM-Silbergewinner den Sieg. Der Mannheimer Andreas Hofmann gewann die Konkurrenz mit 89,82 Metern vor Julian Weber (86,63). Der 23-Jährige vom USC Mainz hatte es nicht zur EM nach Berlin geschafft. Speerwurf-Europameister Thomas Röhler aus Jena wurde mit 84,33 Metern nur Vierter.

Die Wattenscheiderin Pamela Dutkiewicz gewann über 100 Meter Hürden in 12,84 Sekunden. „Nach dem Saisonhöhepunkt zu laufen, ist immer schwer, aber das Rennen war gut“, erklärte die Vize-Europameisterin. Mit zwölf Hundertstelsekunden Rückstand kam die EM-Dritte Cindy Roleder (SV Halle/Saale) in Birmingham als Zweite ins Ziel.

Enttäuschung für Przybylko

Hochsprung-Europameister Mateusz Przybylko von Bayer Leverkusen konnte hingegen nicht an seinen traumhaft sicheren Wettkampf von der EM anknüpfen und wurde mit nur 2,20 Metern Sechster. Konstanze Klosterhalfen, Klubkollegin des Hochspringers und EM-Vierte über 5000 Meter, blieb über 3000 Meter als Sechste in 8:41,37 Minuten deutlich über ihrem deutschen Rekord, den sie 2017 in Birmingham aufgestellt hatte.

Für die Diamond-League-Finals haben sich damit aus den Wettbewerben von Birmingham Mihambo, Schwanitz, Przybylko sowie das Speerwurf-Quartett Hofmann, Weber, Röhler und Johannes Vetter qualifiziert. Neben Brüssel ist tags zuvor Zürich am 30. August Schauplatz der letzten Station der Premium-Serie der Leichtathleten.

Auftakt zur Para-EM im Berliner Jahn-Sportpark

Sportliche Höchstleistungen, deutsche Medaillengewinner und Top-Stimmung: Die Leichtathletik-EM war ein voller Erfolg – und geht heute in die Verlängerung. Rund eine Woche nach dem Ende der Titelkämpfe ziehen die deutschen Behindertensportler bei der Para-EM in Berlin (20. bis 26. August) nach. Acht deutsche Paralympics-Sieger und Weltmeister kämpfen im Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark im Berliner Osten um Rekorde und Medaillen.

Rund 600 Athletinnen und Athleten aus 40 Nationen haben sich angekündigt. An sieben Tagen werden in 182 Wettbewerben die Medaillen vergeben. Der DBS schickt ein 40-köpfiges Team ins Rennen, das mit dem kleinwüchsigen Kugelstoß-Weltrekordler Niko Kappel (VfL Sindelfingen)  oder dem in Göppingen geborenen  Prothesenspringer Markus Rehm reich an prominenten Startern ist. „In den Disziplinen Stoß, Wurf und Lauf schaue ich ziemlich selbstbewusst auf die vorderen Podestplätze. Was die Jungs und Mädchen im Vorfeld abgeliefert haben, das ist schon beachtlich“, sagte Friedhelm Julius Beucher, Präsident des Deutschen Behindertensportverbandes (DBS).

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