WINFRIED VOGLER  Uhr
Mit dem Derby-Sieg an die Spitze. Die Zweitliga-Keglerinnen des ESC Ulm schlugen den EKC Lonsee klar und eroberten die Tabellenführung zurück.

Immer wenn der Tiger in der Tasche ist, präsentieren sich die Zweitliga-Keglerinnen des ESC Ulm besonders kugelsicher. Das mussten beim Lokalderby der zweiten Bundesliga die Konkurrentinnen vom Nachbarn EKC Lonsee leidig erkennen. Die Gäste entpuppten sich mit ihrem Maskottchen, einem flauschigen Teddybären, auf den schlagfreudigen Asphaltbahnen in der Ulmer Weststadt als ziemlich zahme Kontrahentinnen.

Mit 2782:2645 besiegten die Ulmerinnen das Team von der Alb klar und hievten sich nach der gleichzeitigen Niederlage von Grün Weiß Walldorf wieder an die Tabellenspitze. Die Gastgeberinnen wiederholten gegen Lonsee ihren Hinspielerfolg (2562:2524), diesmal mit 137 Kegeln Unterschied allerdings mehr als deutlich.

Die mit Spannung erwartete Auseinandersetzung - die Lonseer Damen waren immerhin mit der Empfehlung von zuletzt drei Siegen hintereinander gekommen - war bereits nach dem Anfangspaar entschieden. Auf Seiten von Lonsee fand Startkeglerin Amelie Gerner überhaupt nicht ins Spiel. Die 22-jährige Krankenschwester, die von der Arbeitsstelle auf die Bahn geeilt war, wurde nach 50 Kugeln (187 Kegel) durch Jasmin Annasensl ersetzt. Doch auch die Jüngste in den Reihen der Gäste konnte mit 183 Kegeln nicht die 91 Zähler Rückstand gegen die überzeugende Tanja Botzenhart (461) verhindern.

Da zudem die wieder auftrumpfende Stefanie Lettner mit 490 Kegeln die Tagesbestleistung auf die Bahn zauberte, lag Lonsee trotz couragierter Vorstellung von Andrea Benz (460) bereits nach zwei Starterinnen mit 121 Kegeln aussichtslos zurück. Obwohl die Ulmerinnen im Mittelpaar mit Andrea Ruß (437) und der für die kurzfristig ausgefallene Mirjam Kaplan eingesprungenen Gaby Schilder (451) einige Kegel (38) einbüßten gegen Kerstin Fleck (471) und Linda Neugum (455), war der zehnte Saisonsieg der Eisenbahner-Frauen nie gefährdet.

Am Sonntag heißt es für den ESC dann wieder: Pack den Tiger in die Tasche! Im Spitzenduell beim entthronten Tabellenführer Rot Weiß Walldorf ist der Beistand des Maskottchens mehr denn je gefordert.