Barcelona Maurer schwimmt zu WM-Bronze - Synchronspringer patzen

Barcelona / DPA 24.07.2013
Im Gegensatz zum Olympia-Desaster gibt es bei der WM jeden Tag gute Nachrichten vom Deutschen Schwimm-Verband. Angela Maurer holte sich Bronze im Freiwasser, Hausding/Feck gingen vom Brett leer aus.

Ein Jahr nach dem Olympia-Debakel von London darf sich der Deutsche Schwimm-Verband täglich über WM-Medaillen freuen. Nach einmal Gold, einmal Silber und einmal Bronze steuerte Angela Maurer gestern im Hafen von Barcelona bereits das vierte Edelmetall bei. Die Olympia-Fünfte fiel nach WM-Bronze ihrem Ehemann und Trainer Nikolai Evseev freudestrahlend um den Hals. Platz drei über zehn Kilometer - diese Freiwasser-Medaille hatten selbst die Experten nicht auf dem Zettel.

"Erfolg macht süchtig", erklärte Leistungssportdirektor und Wassersprungbundestrainer Lutz Buschkow mit einem Lächeln. Davon war im vierten Durchgang beim Synchronspringen von Patrick Hausding und Stephan Feck vom Drei-Meter-Brett nichts mehr zu sehen, als das Duo aus Berlin und Leipzig eine mögliche Medaille vergab.

Am Ende stand für Hausding zwei Tage nach dem Titel zusammen mit Sascha Klein vom Turm diesmal der vierte Platz in der Endabrechnung. "Das war wieder so ein Wettkampf, wo mehr möglich war. Ich habe einen Fehler gemacht, der nicht nötig war. Der Sprung war nicht vorzeigbar", sagte Hausding enttäuscht. "Stephan ist sehr gut gesprungen."

Auch ohne weitere Plakette von Goldjunge Hausding sieht die Bilanz aber erfreulich aus. Vier Wettkampftage, vier Medaillen, drei davon in olympischen Disziplinen - diese Serie würde der DSV nur zu gerne fortsetzen. Bis zum Auftakt der Beckenschwimmer an diesem Sonntag stehen noch zehn weitere WM-Entscheidungen an. "Die Beckenschwimmer kommen in eine positiv gestimmte Mannschaft", sagte Verbandspräsidentin Christa Thiel mit Vorfreude auf die prestigeträchtigen Wettbewerbe im Palau Sant Jordi. Das Team um den einzigen deutschen Weltjahresbesten, Steffen Deibler, reist zum Großteil heute an. Drei bis vier Medaillen sollen von Deibler & Co. her.

Noch aber geht es bei den Schwimmern nur bei den Freiwasser-Assen um WM-Ehren. Und die haben mit drei Podestplätzen in vier Wettbewerben ihr Soll schon übererfüllt. "Mit dieser Medaille von Angie war absolut nicht zu rechnen. Das ist der Hammer, und wir haben ja noch einige Eisen im Feuer. Wahnsinn, wie sie ihre Erfahrung ausgespielt hat", schwärmte Bundestrainer Stefan Lurz.

Gemessen an der Zahl der Medaillen zog Maurer durch ihr zehntes WM-Edelmetall mit der viermaligen Weltmeisterin Britta Kamrau gleich. Eigentlich hatte sie sich über 25 Kilometer, auf denen sie schon zweimal Weltmeisterin wurde, deutlich größere Chancen ausgerechnet. "Jetzt kann ich die 25 entspannt angehen", betonte die Älteste im deutschen WM-Team. Das passende Geschenk wäre weiteres Edelmetall ja, denn an ihrem 38. Geburtstag wird Angela Maurer am Samstag über sechs Stunden im Wasser verbringen. Barcelona ist für sie ein gutes Pflaster: 2003 hatte sie an selber Stelle ihre bis gestern letzte WM-Medaille über zehn Kilometer geholt.

Steffen darf starten
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