Schladming Maria Höfl-Riesch: "Balsam auf die Seele"

SWP 12.02.2013
Richtig gute Stimmung herrscht zur Halbzeit der WM innerhalb der deutschen Ski-Nationalmannschaft. Heute steht der Team-Wettbewerb an, eine weitere Medaille ist durchaus realistisch.

"Das ist Balsam auf die Seele", meinte Maria Höfl-Riesch - und meinte wohl die Wunden. "Ich bin so froh, dass die Kritiker nicht recht behalten haben." Und sie feierte im DSV-Haus in Haus/Ennstal ausgelassen wie selten eine Medaille.

Nach zweimal Gold bei Weltmeisterschaften, zweimal Gold bei Olympischen Winterspielen und nun der dritten WM-Bronze-Plakette bei der Abfahrt in Schladming genoss der Skistar aus Garmisch-Partenkirchen einfach nur den Moment, den Augenblick des Triumphs.

Wenn ein Großereignis ansteht, dann steht der Name Maria als "Fräulein Zuverlässig" für den Deutschen Ski-Verband (DSV). Nach einer in ihren Maßstäben eher mäßigen Saison mit lediglich zwei Podestplätzen tauchte die 28-Jährige ein in die Welt des Glücklichseins. "Man darf alle nicht vergessen, die immer an mich geglaubt haben. Ein Dankeschön an die Trainer, die mir auch medial stets die Stange gehalten haben", sinnierte Maria.

Wir erinnern uns: Vor der WM hatte es ein (un-)ordentliches Hickhack um ihr Buch gegeben. TV-Experte Markus Wasmeier hatte deutliche, aus neutraler Sicht nachvollziehbare, Kritik daran geübt, was letztlich darin gipfelte, dass sich der semmelblonde Schlierseer angesichts der schmalen Höfl-Riesch-Resultate in die Prognose verstieg, Maria würde bei der WM in Schladming keinen Stich machen.

"Balsam auf die Seele" - welch eine Genugtuung für die technisch gefestigte Allrounderin, die für den heutigen Team-Wettbewerb (17 Uhr/ZDF und Eurosport) neben Lena Dürr und der beachtlich starken Veronique Hronek gemeldet ist. Ob sie freilich auch zum Einsatz kommt (siehe Reglement-Info), blieb bis zuletzt offen.

Für die Männer sind Fritz Dopfer, der Bolsterlanger Stefan Luitz und Felix Neureuther eingetragen, der bereits seit einem Jahrzehnt an Weltmeisterschaften teilnimmt. Eine Dekade, in der es für ihn vor allem bei Großereignissen nie richtig gut lief. "Das ist die erste WM, die ich richtig genießen kann", so der 28-Jährige, der beim Slalom am kommenden Sonntag zum engen Favoritenkreis zählt. Bei der Heim-WM vor zwei Jahren in Garmisch war er fürchterlich enttäuscht - der Druck zu groß, ausgeschieden. "Bei der Heim-WM war ich nur kopfgesteuert", blickt der gereifte Techniker zurück, "fünf Jahre lang habe ich auf diese Heim-WM hingeträumt, ich habe fast jede Nacht, als ich die Augen zugemacht habe, in die Zukunft geblickt. Dadurch habe ich mir einen extremen Druck auferlegt, und das wird mir nicht mehr passieren. Das ist der größte Knackpunkt, das ist die große Lehre, die ich daraus ziehen kann", so Neureuther, der die Leichtigkeit des Seins entdeckt hat.

Seit seinem Material-Wechsel vor einem Winter ist er endlich stabil geworden, die Ausfallquote ist mittlerweile verschwindend gering. Zum Einstimmen in die WM kommt der heutige Team-Wettbewerb gerade recht.