Paris Marcel Kittel am Anfang einer goldenen Ära?

Marcel Kittel sorgte aus deutscher Sicht für eine Tour voller Erfolge. Foto: dpa
Marcel Kittel sorgte aus deutscher Sicht für eine Tour voller Erfolge. Foto: dpa
Paris / SID 23.07.2013
Bei der 100. Tour de France ging mit Marcel Kittel ein neuer Stern am deutschen Radsport-Himmel auf. Der Etappensieg zum Abschied glüht noch nach.

Triumphator Marcel Kittel hat nach dem Coup auf der Champs-Élysées seine großartige Tour de France 2013 gefeiert. Ob damit eine Wachablösung im Sprint vollzogen ist, wird sich zeigen. Marcel Kittel blickte in den klaren Sternenhimmel über Paris. In der Ruhe nach dem Sturm wurde dem deutschen Helden der 100. Tour de France das Geleistete erst bewusst. "Das ist der beste Tag meines Lebens", sagte Kittel.

Der beste bislang zumindest, denn die goldene Ära des vierfachen Etappensiegers könnte erst begonnen haben. Auf den letzten Metern der spektakulären Jubiläums-Tour hatte der 25-Jährige in der abendlichen Dämmerung der Champs-Élysées vor einem Millionen-Publikum sein Meisterstück abgeliefert.

Im brachialen Dreikampf mit seinen großen Kontrahenten André Greipel und Mark Cavendish zeigte Kittel eindrucksvoll, wer derzeit der beste Sprinter ist. Nachdem er zuvor schon in Paris mit seinen Eltern und Bruder Martin angestoßen und am Argos-Bus in Champagner gebadet hatte, feierte Kittel ausgiebig mit seinen Teamkollegen John Degenkolb.

"Es war ein unglaublicher Abschluss einer noch unglaublicheren Tour", meinte Kittel: "Gelbes Trikot, das Grüne, das Weiße, vier Etappensiege und ein zweiter Platz von John. Wahnsinn!" In den drei Wochen des berühmtesten Rennens der Welt entpuppte sich Kittel als das Beste, was dem so lange darbenden deutschen Radsport der Post-Ullrich-Ära passieren konnte. Der smarte Typ positioniert sich offensiv gegen Doping.

Spätestens seit Sonntag hat Marcel Kittel ohnehin seinen Platz in den Tour-Geschichtsbüchern sicher. Mehr Etappen bei einer einzigen Frankreich-Rundfahrt hat nur Didi Thurau (5/1977) gewonnen, selbst Erik Zabel ist ein Viererschlag nie gelungen.

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