London Lisicki behält die Nerven

Auf dieses Grinsen haben alle Wimbledon-Fans nur gewartet: Sabine Lisicki jubelt über ihren Achtelfinal-Einzug nach dem Duell gegen Ana Ivanovic.
Auf dieses Grinsen haben alle Wimbledon-Fans nur gewartet: Sabine Lisicki jubelt über ihren Achtelfinal-Einzug nach dem Duell gegen Ana Ivanovic. © Foto: Getty
London / DPA 01.07.2014
Sabine Lisicki ist bei ihrem Lieblingsturnier in Wimbledon weiter dabei. Von einer nervenaufreibenden Drittrundenpartie, die sich bis gestern zog, und von Regen ließ sie sich nicht aus dem Konzept bringen.

Sabine Lisicki ließ sich durch nichts stoppen oder beirren. Selbst ein für sie bislang einmaliges Geduldsspiel bei ihrem Lieblings-Grand-Slam in Wimbledon konnte die Vorjahresfinalistin nicht aufhalten. Dank des 6:4, 3:6, 6:1 gegen die Serbin Ana Ivanovic zog die 24-Jährige zum fünften Mal in das Achtelfinale des Rasen-Klassikers an der Church Road ein. Doch mit der puren Ziffernfolge lassen sich die ganze Spannung und all das Wirrwarr dieser Drittrundenpartie nicht erfassen. "Das hatte ich noch nie", bekannte die glückliche Berlinerin. Keines ihrer Matches habe jemals so lange gedauert.

Über drei Tage hielt die Spannung an: Spät hatten die beiden Kontrahentinnen am verregneten Samstag begonnen. Es folgten: ein Abbruch bei 6:4, 1:1 wegen Dunkelheit, ein Tag zum Genießen am traditionell spielfreien Sonntag, eine Fortsetzung gestern mit Regenpause.

Am Ende vollbrachte es die junge deutsche Tennis-Lady erstmals seit Oktober 2013 wieder, drei Spiele nacheinander zu gewinnen. Auf dem von ihr so geliebten grünen Rasen, auf dem sie schon so vieles durchgemacht hat, findet sie langsam wieder zu alter Form.

"Es ist eine große Geschichte mit mir und Wimbledon, und ich genieße es", erklärte Lisicki. "Natürlich bringt es einem wieder das Selbstvertrauen - und das muss man mitnehmen." Angelique Kerber sollte eigentlich gestern für ihr Achtelfinale gegen die russische French-Open-Siegerin Maria Scharapowa den "Heiligen Rasen" betreten. Doch wegen erneuten Regens entschieden sich die Organisatoren am Abend, die Partie zu verschieben. Nun spielen beide deutsche Damen heute. Kerber ist klare Außenseiterin, für Lisicki scheint noch mehr möglich. Ihre nächste Gegnerin bei dem Turnier, die Kasachin Jaroslawa Schwedowa, muss sie nicht fürchten. Lisicki bezwang Schwedowa vor zwei Jahren bei den Olympischen Spielen an gleicher Stätte. "Ich habe einen Matchball abwehren müssen", erinnerte sich die Deutsche.

Den zweiten Teil des Duells mit der einstigen Weltranglistenersten Ivanovic begann Lisicki mit einer zu hohen Fehlerquote und Problemen beim Aufschlag. Beim 2:3 entledigte sie sich ihres Langarm-Shirts und schien demonstrieren zu wollen, dass es nun richtig losgeht. Doch als eine Rückhand im Aus landete, gab sie zum zweiten Mal ihren Aufschlag ab. Rasch führte die einstige French-Open-Siegerin Ivanovic mit 5:2. Gut 20 Minuten hatten die beiden erst wieder gespielt, als die junge Deutsche mehrmals mit ihren Schuhen über den nassen Rasen rutschte und der Schiedsrichter die Regenpause signalisierte.

Nach mehr als einer Stunde Unterbrechung ging es weiter, der zweite Satz war schnell weg. Mit besserem Power-Tennis und sichererem Aufschlag trat Lisicki im entscheidenden Durchgang auf und erspielte sich ein 3:0. Mit einem Break zum 5:1 fiel die Vorentscheidung. Als sie mit einem Ass ihren ersten Matchball nutzte, strahlte sie wie gewohnt über das ganze Gesicht."Ich war sehr konzentriert darauf im dritten Satz, meine Chancen zu nutzen", bilanzierte Lisicki.

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