Drei "Riesen", Bundesliga-Tabellenführer 1. FC Saarbrücken, Titelverteidiger TTF Ochsenhausen und Rekordgewinner Borussia Düsseldorf, standen in der Endrunde um den Deutschen Tischtennis-Pokal. Und wer gewann ihn vor der Tischtennis-Rekordkulisse von 4600 Zuschauern in der Neu-Ulm Ratiopharm-Arena? Der Außenseiter ASV Grünwettersbach!

Das Team aus dem Karlsruher Stadtteil setzte sich im Halbfinale mit 3:2 gegen Saarbrücken durch und wiederholte im Endspiel gegen die TTF Ochsenhausen dieses Resultat. Es war eine Tischtennis-Sensation, wie sie fast nur im Pokal vorkommen kann.

Grünwetterbachs Trainer Sekinger: „Bitte kneift mich“

"Könnte mich bitte mal einer kneifen?", fragte Joachim Sekinger, der Trainer des Pokalsiegers eine Stunde nach dem letzten Ballwechsel immer noch ungläubig. Er wusste vor dem Halbfinale, dass sein Team an einem guten Tag, wenn alles zusammenpasst, den 1. FC Saarbrücken eventuell schlagen könnte. Aber dann im Endspiel nochmal einen drauflegen und sich den Titel zu holen, das hatte er seinen Spielern Sathiyan Gnanasekrarn, Wang Xi, Dang Qiu und Tobias Rasmussen dann doch nicht ganz zugetraut.

Doch die behielten die Nerven. Als es im Endspiel 2:2 stand und das Doppel Qiu/Rasmussen 2:1 führte, da glaubte Seckinger erstmals, dass es klappen könnte. "Die Körpersprache der beiden Jungs hat mir gesagt, dass sie unbedingt wollen. Gleichzeitig wirkten sie locker genug." Und tatsächlich. Beide ließen sich im Auge des sich anbahnenden Tischtennis-Wunders nicht kirre machen und nutzten gleich ihren ersten Matchball.

Grünwettersbach und Ochsenhausen siegen gegen Düsseldorf und Saarbrücken

Es ging eng her, nicht nur im Endspiel, sondern auch in den beiden Halbfinals. Alle Begegnungen endeten 3:2. Auch die Begegnung zwischen Ochsenhausen und Düsseldorf, das vorweggenommene "Endspiel". Hier gab es einen Schock für die Oberschwaben. 2:1 führten die TTF, als Hugo Calderano, die Nummer eins der TTF Ochsenhausen, sich nach 13 gespielten Minuten und einem 0:1-Rückstand gegen Timo Boll plötzlich an die Hüfte fasste und den Court mit schmerzverzerrtem Gesicht verließ. Physiotherapeuten versuchten vergeblich, den Brasilianer spielfährig zu machen. Die Begegnung der beiden an Nummer eins gesetzten Spieler ging kampflos an Boll, der zuvor bereits Jakub Dyjas bezwungen hatte. Allerdings war die deutsche Nummer eins der einzige Spieler, der für Düsseldorf punkten konnte. Borussia musste sich 2:3 geschlagen geben.

Ochsenhausen kann Verlust von Calderano gegen Grünwettersbach nicht kompensieren

Im Finale konnte Ochsenhausen den Verlust von Hugo Calderano nicht mehr kompensieren. Dyias brachte die TTF zwar 1:0 in Führung, doch Simon Gauzy (1:3 gegen Dang Qiu) und Boll-Ersatz Steffen Fegerl (0:3 gen Xi Wang) drehten das Spiel. Gauzy machte es mit seinem 3:1 gegen den Inder Sathiyyan Gnanasekaran zwar nochmals spannend und glich zum 2:2 aus. Doch am Ende musste sich das Ochsenhauser Doppel Fegerl/Dyias das Paarung Qiu/Rasmussen mit 1:3 geschlagen geben. Damit war eine der größten Pokalsensationen im deutschen Tischtennis perfekt.