Ratingen/Ulm Leichtathletik: Zehnkämpfer Abele meldet sich zurück

Sprang beim Mehrkampfmeeting in Ratingen nicht nur hoch hinaus: Arthur Abele qualifizierte sich mit 8139 Punkten für die Europameisterschaft.
Sprang beim Mehrkampfmeeting in Ratingen nicht nur hoch hinaus: Arthur Abele qualifizierte sich mit 8139 Punkten für die Europameisterschaft. © Foto: Dirk Gantenberg
CHU 30.06.2014
Bei der EM-Qualifikation in Ratingen hat Arthur Abele mit 8139 Punkten die Norm geknackt. Und nicht nur das: Gleichzeitig ließ er den amtierenden Europameister Pascal Behrenbruch hinter sich.

Arthur Abele hat es tatsächlich geschafft: Mit 8139 Punkten ließ das Ulmer Zehnkampf-Ass beim Meeting in Ratingen Europameister Pascal Behrenbruch hinter sich und ergatterte so den dritten Startplatz für die Europameisterschaften in Zürich hinter dem bereits qualifizierten Kai Kaczmirek (Neuwied) und Rico Freimuth (Halle), der sich als Sieger des Ratinger Meetings auf 8356 Punkte steigern konnte.

Mit Julius Sommer konnte auch der zweite Ulmer Starter jubeln. Dem 21-Jährigen gelang trotz über lange Strecken schwieriger Witterungsbedingungen mit 7426 Punkten eine neue Bestleistung. Als Lohn darf er Anfang August die deutsche Mannschaft beim Thorpe-Cup gegen die US-Auswahl verstärken.

Luxus dürften das die anderen Europäer nennen: Mit Europameister Pascal Behrenbruch und Vize-Weltmeister Michael Schrader bleiben die beiden erfolgreichsten Zehnkämpfer der vergangenen Jahre zu Hause. Dagegen ist mit Arthur Abele einer dabei, den trotz des deutschen Meistertitels im Vorjahr nach langer Verletzungspause wohl nicht mehr so viele auf der Rechnung hatten. Dass das ein Fehler war, zeigte der 28-jährige schon in der ersten Disziplin. 10,67 Sekunden über 100 m gab es für Abele noch nie. 7,26 Meter im Weitsprung waren für Abele ok, bevor im Kugelstoßen der nächste Kracher kam. Mit 15,08 m verbesserte sich Abele um über einen halben Meter und holte sich damit sogar den Disziplinsieg vor Behrenbruch, der schon weit über 16 Meter gestoßen hat. Geerdet wurde der Ulmer dann im Hochsprung, wo er nach kurzem Zittern bei der Einstiegshöhe nach 1,89 m passen musste. Über 400 m überzog Abele auf der Außenbahn etwas und musste auf der Zielgerade in 49,07 Sekunden noch Freimuth vorbeiziehen lassen, der hier schon klar machte, dass der Sieg nur über ihn führen würde. Abele lag mit 4169 Punkten durchaus im Soll.

Einen tollen ersten Tag lieferte Julius Sommer, der in allen Disziplinen in der Nähe seiner Bestleistungen lag und mit 13,98 m im Kugelstoßen den Grundstein für seine Zehnkampfbestleistung legte.

Mit 13,82 Sekunden über die 110 m Hürden zeigte sich Abele auch zu Beginn von Tag zwei hellwach. Nach ordentlichen 43,89 m mit dem Diskus kam die Schreckenszeit dann beim Stabhoch. Lediglich die Anfangshöhe von 4,40 m gelang ihm, so dass Behrenbruch mit 4,90 m wieder nah rankam. Mit Tagesbestleistung von 66,29 m entschied der Ulmer dann das Duell der "Oldies" für sich. Die fünf Sekunden Vorsprung vor Behrenbruch im Rücken lief der bekannt starke Läufer Arthur Abele die 1500 m in 4:42,55 Minuten locker herunter und konnte den Lauf zum EM-Ticket richtig genießen.

Das konnte auch Youngster Julius Sommer, der bei seinem ersten Wettkampf in diesem Rahmen auch am zweiten Tag - vor allem mit 4,70 m mit dem Stab - überzeugte und mit 7426 Punkten der einzige Starter mit persönlicher Bestleistung war.