Biathlon Interview: Dahlmeier hätte es gerne ruhiger

Laura Dahlmeier erklärte sich zu ihrer Situation.
Laura Dahlmeier erklärte sich zu ihrer Situation. © Foto: dpa
Ruhpolding / Manuela Harant 13.01.2018
Trotz schwacher Leistungen wird Laura Dahlmeier zur deutschen Hoffnungsträgerin für Olympia gemacht. Das gefällt der 24-Jährigen nicht so sehr.

Der Tag nach Rang 48 im Einzelrennen von Ruhpolding, dem schlechtesten Ergebnis ihrer Biathlon-Karriere, war für Laura Dahlmeier nicht einfach. Doch wie immer hat die 24-Jährige ihre eigene Art, mit Rückschlägen umzugehen. Beim Staffelrennen am Samstag (14.30 Uhr) und im Massenstart am Sonntag (14.40/beide ZDF und Eurosport) will die Weltmeisterin wieder voll angreifen.

Was hat die Analyse der vier Schießfehler vom Donnerstag ergeben?

Wir haben nicht wirklich eine Erklärung dafür gefunden, aber es kommt auch nicht allzu häufig bei mir vor. Deshalb haben wir gesagt, wir belassen es jetzt einfach dabei. Ich will da jetzt auch nicht noch stundenlang drin rumstochern, sondern nach vorne schauen. Ich habe heute wieder jede Scheibe getroffen. Deshalb hoffe ich, dass ich das jetzt nur einmal hatte und den Rest der Saison Ruhe davon habe.

Was haben Sie sich für das Wochenende vorgenommen?

Eigentlich ist hier ja alles toll: Das Stadion, die Loipe, die Bedingungen am Schießstand. Deshalb wäre es gut, wenn wir zu der tollen Atmosphäre etwas beitragen könnten und auf dem Podium landen. Wir wollen zeigen, dass wir mehr können, als wir bisher gezeigt haben.

Wie gehen Sie mit den Rückschlägen der vergangenen Wochen um?

Natürlich ist es bisher nicht so gelaufen, wie ich es mir vorgestellt habe. Aber es ist so, wie es ist, und ich versuche, gestärkt aus der Situation herauszugehen. Und ich bin mir sicher, das nächste Mal, wenn ich auf dem Podium stehe, kann ich es wieder ganz anders genießen als im letzten Jahr, wo ich sowieso immer oben stand.

Trotzdem werden Sie ständig als deutsche Medaillenhoffnung für Olympia präsentiert. Nervt Sie das?

Das ist sicherlich eine Rolle, die ich mir so nicht gewünscht habe. Manchmal denke ich mir, es wäre schöner, wenn es allgemein ein bisschen ruhiger wäre. Aber seit ich Biathlon mache, träume ich davon, bei Olympia dabei zu sein. Das Schönste wäre natürlich, dort eine Medaille zu gewinnen. Trotzdem muss ich das nicht jeden Tag in der Zeitung lesen. Wenn es so ist, geht ein Kindheitstraum in Erfüllung, und wenn nicht, dann sind es eben auch bloß Sportwettkämpfe und die Welt dreht sich weiter – auch wenn es nicht klappt.

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