Querpass Kontraste im Herzen Berlins

Wolfgang Scheerer über die EM und den  Breitscheidplatz
Wolfgang Scheerer über die EM und den  Breitscheidplatz © Foto: Könneke Volkmar
Berlin / swp 08.08.2018

Polizeiwagen blockieren und sperren Hardenberg- und Kantstraße beim Zoo Palast. Berlin leistet sich für die Leichtathletik-Europameisterschaft (und die Sicherheit drumherum) auch ein wenig Verkehrschaos. Beamte mit Maschinenpistolen umrunden mit sportlicher Ausdauer die um die Gedächtniskirche verlegte Kunststoff-Laufbahn. Sie ist blau wie im Olympiastadion, bunt das Treiben auf dieser so genannten Europäischen Meile. Es ist der sensibelste Ort im Herzen der Stadt: der  Breitscheidplatz.

Hier starben beim Terrorakt im Dezember 2016 zwölf Menschen. Hier begeisterten jetzt die Kugelstoßer und Geher einige tausend Zuschauer, obwohl es für David Storl und Co. nur die Qualifikation fürs gestrige Finale war. Hier wurde am späten Montagabend die EM feierlich eröffnet, und bis Sonntag wird das der Rahmen sein für 39 Siegerehrungen.

Reggae-Rhythmen pulsieren durch die offenen Türen in die Kirche, eigentlich „Raum der Stille“ für die Opfer, deren Namen an den Treppenstufen verewigt sind. Dort ist die blaue Bahn ein Stück weit unterbrochen. Doch gleich links rattern die Drahtseile eines Speerwurfsimulators, rechts locken andere Mitmachangebote.

 „The Games must go on“ hieß es schon bei Olympia 1972 in München. Sport soll einen, Menschen einander näherbringen. Berlin und die Leichtathleten stehen hinter dieser Mission. Auch wenn der Kontrast zwischen gellender Show und Ewigen Lichtern auf den Kirchenstufen extrem hart ist.

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