Kommentar: Witali Mutko ist als WM-Chef untragbar

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Armin Grasmuck 07.12.2017

Der Ausschluss der russischen Mannschaft von den Olympischen Winterspielen setzt auch die Verantwortlichen anderer sportlicher Großereignisse schwer unter Druck. Stichwort Fußball. Die Weltmeisterschaft wird im nächsten Sommer in Russland ausgetragen. Als WM-Chef des Gastgebers fungiert Witali Mutko, der zwie­lichtige Sportfunktionär, der als ­Strippenzieher des systematischen Dopings gilt und von den höchsten Olympioniken konsequenterweise auf alle Zeit gesperrt worden ist.

Es spricht für sich, dass die Bosse der Fußball-Weltverbands Fifa offensichtlich nur wenig beeindruckt und der erdrückenden Faktenlage zum Trotz an Mutko als Macher der WM festhalten. Andere Baustelle, so lautet das dreiste und törichte Argument des Fifa-Präsidenten Gianni Infantino. Der ranghöchste Vertreter des Fußballs weltweit verschließt die Augen vor der Realität und schießt damit ein klassisches Eigentor.

Mutko ist als WM-Chef untragbar. Die vermeintlichen Festspiele des Fußballs drohen unter seiner Regie bereits im Vorfeld massiv beschädigt zu werden. Es ist für keinen Sport­anhänger nüchtern nachzuvollziehen, warum der vom Internationalen Olympischen Komitee lebenslang verbannte Funktionär in anderen Verbänden das Wort führen kann und darf.

Die entscheidende Rolle in diesem düsteren Spiel trägt Wladimir Putin, der Mutko zu seinen Vertrauten zählt. Nur wenn der russische Präsident die Sanktionen der Olympioniken akzeptiert und Mutko von seinen Posten ­abzieht, steht den Sportlern seines Landes die Zukunft in den internationalen Wettbewerben offen. Die Fußball-WM bietet den idealen Rahmen für den transparenten Neubeginn.