KOMMENTAR: Erfolg kostet Zeit - und Geld

AXEL HABERMEHL 11.02.2013

Es ist knapp vier Jahre her, da gewann die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft ein Olympia-Qualifikationsspiel gegen Österreich. Mit 2:1. Auch gestern war Deutschland das eine Tor besser, doch diesmal reichte es nicht. Weil die Deutschen zuvor gegen biedere Italiener verloren hatten, fährt Österreich 2014 nach Sotschi. Das ist bitter, nicht nur für die Mannschaft, sondern für den ganzen deutschen Eishockeysport. Denn das erste olympische Turnier ohne deutsche Beteiligung seit 1948 ist nicht nur eine sporthistorische Besonderheit und eine Enttäuschung für die Fans, es hat ganz auch handfeste finanzielle Folgen.

Vermutlich wird jetzt die Nachwuchsförderung beschnitten. Das Geld, das vom Bundesinnenministerium an den Deutschen Eishockey- Bund fließt, ist an Zielverhandlungen und letztlich an die Zahl der deutschen Eishockey-Olympioniken gekoppelt. Wenn da nun gekürzt wird, ist das kontraproduktiv. Ein junges, neu formiertes Team mit neuem Trainer und neuer Taktik hat gegen gute Österreicher mal den kürzeren gezogen. Das kann passieren und man wird es nicht ändern, indem man zur Strafe den Rotstift ansetzt. Pat Cortina hat eine Idee, wie sein Team spielen soll. Das war zu sehen. Hoffentlich bekommt er Zeit, an der Umsetzung zu arbeiten.

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