Nordische Kombination Kombinierer Rydzek und Rießle heiß auf Medaillen

Die verhängnisvolle Kurve in Sotschi: Das deutsche Trio Johannes Rydzek (vorne), Fabian Rießle (links) und Björn Kircheisen gerieten aneinander. Dahinter lauerte ein Norweger.
Die verhängnisvolle Kurve in Sotschi: Das deutsche Trio Johannes Rydzek (vorne), Fabian Rießle (links) und Björn Kircheisen gerieten aneinander. Dahinter lauerte ein Norweger. © Foto: Daniel Karmann/dpa
Pyeongchang / Manuela Harant 14.02.2018

Eigentlich waren die Winterspiele von Sotschi sehr erfolgreiche für die deutschen Kombinierer: Eric Frenzel, Fabian Rießle und Co. brachten insgesamt einen kompletten Medaillensatz mit nach Hause. Und doch ist da immer noch dieser Makel, den es nun in Pyeongchang auszubügeln gilt.

Rückblende: Nach einem tollen Wettkampf von der Großschanze mit zwei Norwegern in Führung liegend, biegen der Schwarzwälder Fabian Rießle, der Sachse Björn Kircheisen und der Oberstdorfer Johannes Rydzek um eine der letzten Kurven vor dem Ziel. Im engen Zweikampf verhaken sich alle drei, doch nur einer stürzt: Johannes Rydzek. Die Norweger holen Gold und Silber, dahinter sichert Rießle Bronze, Kircheisen wird Vierter. Es war eins der größten Missgeschicke der Sportgeschichte und es dauerte noch fast einen weiteren Winter lang, bis sich
Rydzek von diesem Schock erholt hatte.

Kircheisen muss zuschauen

Vier Jahre später können die drei Herren zeigen, dass sie gereift sind. Allerdings muss einer von ihnen noch etwas auf seinen Olympia-Start warten: Björn Kircheisen rechnet sich vor allem von der Großschanze einiges aus, wo aber erst am kommenden Dienstag die Medaillen vergeben werden. Bei der Kombination aus Normalschanze und Zehn-Kilometer-Rennen (heute 5.45 Uhr MEZ) hat sich Hermann Weinbuch für ein Quartett mit Olympiasieger Eric Frenzel, Fabian Rießle, Weltmeister Johannes
Rydzek und Shootingstar Vinzenz Geiger entscheidet.

Sowohl den Goldmedaillengewinner der vergangenen Spiele als auch den Weltmeister des Vorjahres stellt Deutschland. Und trotzdem sind die Jungs von Bundestrainer Hermann Weinbuch nicht die Topfavoriten. Denn die Norweger um Jan Schmid und Jarl-Magnus Riiber sowie der Japaner Akito Wabe haben die „Dominierer“ der vergangenen Jahre ausgerechnet in der Olympiasaison ein ums andere Mal in die Schranken gewiesen. „Natürlich weiß ich, dass ich da als vierfacher Weltmeister anreise, aber die Saison ist wieder eine andere“, sagt Rydzek. „Nichtsdestotrotz ist natürlich irgendwo der Traum da, in Südkorea Edelmetall zu holen, vielleicht sogar Gold“, meint der Sportler des Jahres 2017.

Weil es zuletzt gerade im Springen nicht so gut lief, reisten die Kombinierer erst am Samstag an und nutzten die Zeit, um auf der nahezu identischen Schanze in Oberstdorf zu trainieren. Prompt sprangen die DSV-Athleten in den Trainingseinheiten vorneweg. „Das hat richtig geil ausgeschaut, wie die da schon im Training am Berg hochgesprungen sind“, schwärmte Bundestrainer Hermann Weinbuch.

Nur ausgerechnet beim Oberstdorfer Johannes Rydzek haperte es noch ein bisschen. „Er ist hier gleich sehr gut gestartet, konnte das aber die letzten zwei Sprünge nicht ganz bestätigen“, meinte Bundestrainer Hermann Weinbuch. „Aber ich habe das Gefühl, dass er das noch bis zum Wettkampf umsetzten kann.“

Keine Vergleiche

Ohnehin will Rydzek die Über-Saison 2016/2017 nicht als Maßstab für die Olympischen Winterspiele 2018 verwenden. „Wenn man das immer vergleicht, dann kommt man in so eine Unzufriedenheit rein“, weiß der 26-Jährige. „Dann schätzt man den zweiten Platz nicht mehr, dann schätzt man den vierten Platz nicht mehr, doch das sind super Ergebnisse.“ Ob er das nach dem ersten olympischen Rennen in Pyeongchang immer noch so sieht, wird sich zeigen.

Starke Trainingsleistungen lassen hoffen

Der Schwarzwälder Fabian Rießle scheint gut drauf zu sein. Am ersten Trainingstag war er sogar Tages­bestweite gesprungen. „Er macht den stabilsten Eindruck und ist hier sehr gut zurecht gekommen“, analysierte Bundestrainer Hermann Weinbuch: „Ich bin sehr zuversichtlich, dass er einen guten Wettkampf macht.“ Trotzdem weiß Rießle, dass der unberechenbare Wind an der Schanze letztlich den Unterschied ausmachen kann: „Ich glaube hier braucht man auch das nötige Quäntchen Glück.“, sagte der Athlet aus Breitnau.

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