Schonach Kombinierer Fabian Rießle und Kollegen treten gehandicapt, aber ehrgeizig in Schonach an

Nach einem gerade erst überstandenen Infket will Lokalmatador Fabian Rießle seine Fans im Schwarzwald überzeugen.
Nach einem gerade erst überstandenen Infket will Lokalmatador Fabian Rießle seine Fans im Schwarzwald überzeugen. © Foto: Joachim Hahne
Schonach / DPA 03.01.2015
Nicht mit den besten Voraussetzungen gehen die deutschen Kombinierer in ihren Heimwettbewerb in Schonach. Dennoch haben Lokalmatador Fabian Rießle und seine Mitstreiter einiges vor.

Die Vorbereitung der Nordischen Kombinierer für ihren Heim-Weltcup in Schonach verlief alles andere als optimal. "Björn Kircheisen, Fabian Rießle und Johannes Rydzek fehlt es etwas an Substanz, sie hatten mit einem Infekt zu kämpfen", erklärte Bundestrainer Hermann Weinbuch vor dem Teamwettbewerb heute (11.45 Uhr) und dem Einzel am Sonntag (10 Uhr).

Der 54 Jahre alte Coach hat dennoch Hoffnung, dass auch diese drei DSV-Athleten beim 49. Schwarzwaldpokal "gut abschneiden können. Das ist das ausgemachte Ziel: Vor heimischer Kulisse wollen wir bei diesem Klassiker unsere Topleistungen abrufen".

Nicht nur die Gesundheit von Rießle & Co. stellte für Weinbuch eine Belastungsprobe dar. "Wetterbedingt war es in den letzten zwei Wochen nicht einfach, das Training zu organisieren", räumte er vor dem Auftakt ins Jahr 2015 ein. "Unmittelbar vor Schonach haben wir in Seefeld trainiert. Zwar waren die Bedingungen auch dort nicht optimal, wir konnten letztlich aber doch weiter an uns arbeiten." Weinbuchs Fazit fällt also zwiespältig aus. "Unterm Strich ist unsere Vorbereitung auf den Heim-Weltcup im Schwarzwald nicht wie geplant verlaufen - trotzdem sind wir gut drauf", sagte er.

Selbstvertrauen zieht der Bundestrainer auch aus dem bisherigen Saisonverlauf. Mit Rießle (SZ Breitnau) geht erstmals ein Schwarzwälder als Weltcup-Führender in die Heimvorstellung. Und auch Eric Frenzel (Oberwiesenthal) als Dritter, Rydzek (Oberstdorf) als Fünfter und Tino Edelmann (Zella-Mehlis) als Zehnter dürfen sich Hoffnungen auf den Triumph im Schwarzwald machen. Sie alle möchten Hubert Schwarz nacheifern, der dort 1987 als bislang letzter Athlet des Deutschen Skiverbandes (DSV) siegte.

"Der Schwarzwaldpokal in Schonach ist aufgrund der Tradition und natürlich, weil es direkt vor meiner Haustür liegt, immer etwas Besonderes für mich", versicherte Rießle vor dem nächsten Kräftemessen mit Jason Lamy Chappuis aus Frankreich und dem Norweger Mikko Kokslien. "Wenn ich an den Start gehe, möchte ich auf jeden Fall Bestleistungen abrufen - ob das allerdings mit der Erkältung in den Beinen möglich sein wird, werden wir sehen." Auf den Start heute im Teamwettbewerb verzichet Rießle schonungshalber.

Immerhin muss sich Rießle keine Sorgen um sein Ticket für die WM in Falun (18. Februar bis 1. März) machen. Neben ihm, Frenzel, Rydzek und Edelmann hat auch Routinier Kircheisen aus Johanngeorgenstadt die Qualifikation geschafft. Manuel Faißt aus Baiersbronn hat immerhin die halbe interne Norm erfüllt und wäre nur noch einen Platz unter den besten 15 von der Dienstreise nach Schweden entfernt.

Die Organisatoren sind erleichtert, dass der Tross im Schwarzwald überhaupt Station machen kann. Denn die anfangs milden Temperaturen und der ausbleibende Schnee hätten kaum eine Austragung möglich machen können. Die letzten Kältetage kamen dann wie gerufen. "Wir ziehen das jetzt durch", sagt der Skiclub-Vorsitzende Gunter Schuster. So entschlossen will auch das elf Athleten starke DSV-Aufgebot auftreten.

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