Ludwigsburg Kickboxer Stojakovic vor WM-Kampf: "Die Halle wird hinter mir stehen"

Ludwigsburg / ANDREAS EBERLE 22.02.2014
Seit Wochen bereiten sich die Kickboxer Zoran Stojakovic und Konstantin Biegler auf ihren großen Auftritt vor - das Duell um den WM-Titel im Schwergewicht, das an diesem Samstag (22.25 Uhr) in der Ludwigsburger Rundsporthalle steigt.

Fettiges Essen - das hat Zoran Stojakovic von der Tiger- Sportakademie Esslingen in den vergangenen Wochen am meisten vermisst. Der 28-jährige Maschinenschlosser schwitzt nach der Arbeit täglich, um sich seinen großen Traum zu erfüllen: Kickbox-Weltmeister im Schwergewicht zu werden. Und weil er ein Körpergewicht von 95 Kilogramm nicht überschreiten darf, muss er natürlich auch auf seine Ernährung achten. An diesem Samstag ist nun der große Moment da: Im Duell gegen Konstantin Biegler kämpft er in der Ludwigsburger Rundsporthalle um den vakanten WM-Titel im K 1. "Meine körperliche Stärke und mein Fitnesszustand sind super. Außerdem bin ich bestens auf meinen Gegner eingestellt", sagt Stojakovic.

Gleich drei Sparringspartner, die sich in Größe und Figur dem 1,89 Meter großen Biegler ähneln, hatte er in der Vorbereitung. Bei einer Übungseinheit trug der gebürtige Serbe sogar ein Veilchen davon, das auch beim öffentlichen Training im Bad Cannstatter Carré noch nicht abgeschwollen war. "Die letzten Wochen waren eben sehr intensiv", stellt Stojakovic mit einem Schmunzeln fest.

Tomy Punjc, einer von zwei Trainern, lobt seinen Schützling für seinen Einsatz und Ehrgeiz. "Zoran musste in der Vorbereitung an seine Grenzen gehen und ist über sich hinausgewachsen. Er ist jetzt bei 40 Prozent mehr Leistung als bei seinem letzten Kampf", urteilt der BoxExperte und gibt sich siegesgewiss: "Ich bin sehr zuversichtlich, dass er am Samstag mit dem WM-Gürtel nach Hause fährt."

Die Unterstützung seiner Fans und Vereinskollegen ist Stojakovic ohnehin sicher. "Ich werde einen eigenen Block haben. 150 Karten waren im Nu weg. Die Halle wird hinter mir stehen", sagt er. Dieser Zuspruch sei ihm sehr wichtig. "Das macht einen zehn Prozent stärker und pusht einen auch in Phasen, in denen man nicht mehr kann."

Seine Mutter wird freilich nicht live vor Ort sein. Sie kann den Sohn nicht leiden sehen. Erst, wenn alles vorbei sei, gucke sie sich seine Duelle auf Video an, erzählt Stojakovic. Auf familiären Beistand muss er trotzdem nicht verzichten: Bei jedem Kampf ist Zwillingsbruder Goran in seiner Ecke und unterstützt ihn. "Er ist mein Glücksbringer. Ihm kann ich blind vertrauen, er gibt mir Kraft. Es ist ein gutes Gefühl, wenn Goran da ist", sagt Zoran Stojakovic.

Wie er hat auch Rivale Biegler in den vergangenen Wochen seine Hausaufgaben gemacht. "So fit und so gut vorbereitet war ich noch nie. Ich freue mich auf den Kampf", sagt der 30-jährige gebürtige Kasache vom Kickbox-Club Hohentengen vor dem großen Schlagabtausch. Er hat sich im Dezember und im Januar im Rahmen eines dreiwöchigen Trainingscamps in Thailand - in Ko Samui und Bangkok - die nötige Fitness geholt. Normalerweise startet Biegler im Superschwergewicht. Doch für diesen WM-Fight hat er einige Kilos abgekocht.

Seine Bilanz ist mit 24 Siegen in 30 Kämpfen, davon 22 durch Knock-out, beeindruckend. Das Duell in der Rundsporthalle ist dennoch erst sein zweiter Auftritt dieser Größenordnung. 2013 war Biegler in Oldenburg bei den deutschen Box-Meisterschaften gegen Phillip Gruner in den Ring gestiegen - und unterlag in dem Vorrundenduell klar mit 0:3 Punkten. Ein gutes Omen für Stojakovic?

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