Ulm / JULIA KLING Vor den Erwachsenen waren am Samstag schon die jugendlichen Handbiker im Donaustadion am Start. Elf Teilnehmer nahmen die 800 Meter in Angriff.

Zwischen den Bambini-Läufen und den Jugendläufen gehörte am Samstag die Rennbahn im Donaustadion den Handbikern. Neun Jungen und zwei Mädchen nahmen die 800 Meter lange Strecke in Angriff. Musikalisch stimmte Isabelle Siyou die Nachwuchssportler mit Handicap ein und wünschte ihnen ein tolle Fahrt.

Dann konnte es losgehen. In neonfarbenen Shirts und mit Sturzhelmen ausgestattet ging es los. Zwei Runden fuhren die Schüler mit so genannten Adaptivbikes. „Vor allem die Oberarme sind gefragt“, erklärt Urs. Vor den Rollstuhl wird ein Rad montiert, das dann mit den Händen angetrieben wird.

Auf seinen Helm hat Urs eine Kamera geschraubt. Damit konnte der 14-Jährige nach 2:22 Minuten seinen Zieleinlauf filmen – und das als erster. Seit fünf Jahren fährt er bereits Handbike – „aber nur zum Spaß. Eigentlich spiele ich Basketball und mache Biathlon“, erklärt Urs. Bei den Ulmer Sabres spielt er in der zweiten Mannschaft. Im Biathlon hat sich der Schüler vom Anna-Essinger-Gymnasium große Ziele gesteckt. „Ich möchte mal bei den Paralympics mitmachen.“ Aber davor will er wieder ins Donaustadion kommen: „Das Rennen hat mir Spaß gemacht. Nächstes Jahr bin ich wieder dabei.“

Im Duell der Mädchen hatte Lilly Baumeister die Nase vorn. Die 16-Jährige war dieses Jahr bereits zum dritten Mal im Donaustadion am Start – und hat ihre Rennen jedes Jahr gewonnen, dieses Jahr in 3:57 Minuten. „Vor drei Jahren haben sie bei uns an der Schule die Handbikes in einer AG vorgstellt.“ Seitdem trainiert Lilly einmal pro Woche an der Friedrich-Bodelschwingh-Schule mit dem Adaptivbike. „Es macht Spaß, weil es so schön schnell ist“, sagt sie lachend. Ihre Mutter, Andrea Baumeister, freut sich für ihre Tochter. „Für die Jugendlichen ist es schön, ein Erfolgserlebnis zu haben und eine Bestätigung zu bekommen.“

Noch bevor die Nachwuchssportler auf die Strecke gingen, überreichte Bauunternehmer Lutz Christian Lange einen Scheck: Lange spendete für jeden Starter der Jugendläufe einen Euro. So kamen 7000 Euro zusammen. Die Aktion 100.000 legte noch 3000 Euro drauf, sodass sich die Friedrich-von-Bodelschwingh-Schule über 10.000 Euro freuen durfte. Mit dem Geld will die Schule für Körperbehinderte zwei neue Handbikes kaufen.

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