Pfuhl Jahresfeier des TSV Pfuhl steht im Zeichen der Flüchtlingsfrage

Die Abteilungen des TSV Pfuhl sorgten für den sportlich-festlichen Rahmen auf der Jahresfeier in der Seehalle.
Die Abteilungen des TSV Pfuhl sorgten für den sportlich-festlichen Rahmen auf der Jahresfeier in der Seehalle. © Foto: Lisa Maria Sporrer
LISA-MARIA SPORRER 08.12.2015
Die Jahresfeier des TSV Pfuhl hatte nicht nur sportlich etwas zu bieten: Neben Showeinlagen und Freude übers neue Turnzentrum wurden Ehrenamtliche gewürdigt - besonders ihr Engagement für Flüchtlinge.

Es sei eine etwas ungewöhnliche Ansprache zu einer Jahresfeier, gab Oberbürgermeister Gerold Noerenberg zu. Dann bat er die Vorsitzende des TSV Pfuhl auf die Bühne und überreichte ihr ein Manuskript "mit all dem, was ich eigentlich Positives über den Verein hatte sagen wollen". Aber außergewöhnliche Umstände, würden eben auch außergewöhnliche Worte erfordern.

Denn anstatt über den Pfuhler Sportverein, der sich in der Seehalle feierte, sprach Noerenberg über sein Ideal der Nächstenliebe und über die Solidarität der Vereine im Landkreis mit den Flüchtlingen. "Sport ist die beste Möglichkeit, ohne Sprachbarrieren zu kommunizieren", pflichtete auch die Vorsitzende Ursula Hörger dem OB bei und ließ das vergangene "arbeitsreiche und aufregende Vereinsjahr" vor den zahlreichen Gästen in ihrer Ansprache Revue passieren.

Das alles beherrschende Thema sei der Bau, die Fertigstellung und Eröffnung des neuen Turnzentrums gewesen, sagte sie. Nach nur knapp acht Monaten Bauzeit konnte die Halle beim Schulzentrum in Pfuhl im September von den Turnern und den Cheerleadern in Betrieb genommen werden. "Das Turnzentrum ist schon heute eine Erfolgsgeschichte, um die wir von vielen befreundeten Vereinen beneidet werden. Und die hervorragenden Trainingsbedingungen haben sich bereits nach so kurzer Zeit bewährt", sagte Ursula Hörger.

Eine Kostprobe davon gaben auf der festlich gestalteten und von der Feuerwehrkapelle Pfuhl musikalisch umrahmten Veranstaltung die Turner und Cheerleader des Vereins. So zeigten nicht nur die sieben- bis elfjährigen "Cheer-Littles" als amtierende süddeutsche Meister ihr Können; auch die Jüngsten, die "Cheer-Shorties", die ebenfalls schon zwei Mal die Süddeutsche Meisterschaft erringen konnten, bewiesen Talent.

In der Seehalle wurde zum Jahresende ein sportliches Programm geboten: Die Tanzsportabteilung, die Wettkampf- und Geräteturnerinnen, die männlichen Kunstturner und auch Power- und Videoclip Dancing präsentierten sich dort. Telegrammartig zählte die Vorsitzende die Erfolge der einzelnen Abteilungen auf und nannte erneut die vielen Sportler, die 2015 eine Auszeichnung erhalten hatten. Auch die Ehrenamtlichen wurden von ihr dabei hervorgehoben.

Und dann schloss Hörger den Kreis zu ihrem Vorredner, dem Oberbürgermeister. "Wir werden als Verein und jeder einzelne von uns in der kommenden Zeit mehr denn je in der Flüchtlingsfrage gefordert sein", sagte sie. "Ich bitte Sie, helfen Sie unvoreingenommen und ohne Vorurteile mit, denn die Flüchtlinge haben große Strapazen und traumatische Erlebnisse zu verkraften."