Ludwigsburg Hartes Duell unter Freunden Konstantin Biegler sichert sich den WM-Gürtel und lobt Gegner Stojakovic

Der Tritt sitzt: Konstantin Biegler (links) teilte im Hauptkampf gegen Zoran Stojakovic ordentlich aus. Nach fünf Runden feierte der gebürtige Kasache einen Punktsieg und gewann damit den vakanten WM-Titel im Schwergewicht.
Der Tritt sitzt: Konstantin Biegler (links) teilte im Hauptkampf gegen Zoran Stojakovic ordentlich aus. Nach fünf Runden feierte der gebürtige Kasache einen Punktsieg und gewann damit den vakanten WM-Titel im Schwergewicht. © Foto: Oliver Bürkle
ANDREAS EBERLE 24.02.2014
Konstantin Biegler darf seit Samstagnacht den WM-Gürtel im Schwergewicht um die Hüfte tragen. Das 28-jährige Muskelpaket setzte sich beim Kickbox-Event in der Rundsporthalle im Vollkontakt-Duell gegen den Serben Zoran Stojakovic knapp nach Punkten durch.

Es gibt nur wenige Boxkämpfe, bei denen sich die beiden Protagonisten so freundschaftlich verbunden fühlen, wie das am Samstag beim WM-Duell zwischen Konstantin Biegler und Zoran Stojakovic in der Rundsporthalle der Fall war. Immer wieder umarmten sich die zwei Schwergewichtler vor und nach einer Runde - eine Geste der gegenseitigen Sympathie und Wertschätzung. Dabei lieferten sich Biegler und Stojakovic in den fünfmal drei Minuten einen erbitterten Schlagabtausch und gingen beide an ihre Leistungsgrenze. Am Ende war der gut zehn Zentimeter größere Biegler einen Tick stärker und gewann den vakanten Weltmeister-Titel im Schwergewicht bis 95 Kilogramm nach Punkten.

"Ich bin wahnsinnig stolz. Den Gürtel will ich jetzt nie mehr hergeben. Der bleibt bei mir zu Hause", sagte der überglückliche Kasache vom Kickboxverein Hohentengen nach seinem Favoritensieg. Im Augenblick des Triumphs dachte er aber auch an seinen Gegner - und zollte ihm Anerkennung: "Zoran hat ein großes Kämpferherz. Ich habe noch nie einen Boxer erlebt, der ein so hartes Kinn hat wie er."

Biegler hatte die ersten zwei Runden vor den rund 1700 Zuschauern dominiert. Stojakovic, der verhalten begann, bekam gleich am Anfang einen hammerharten Faustschlag auf die Nase, aus der er fortan blutete. Doch der gebürtige Serbe von der Tiger-Sportakademie Esslingen bewies Nehmerqualitäten. In Runde drei feierte er ein starkes Comeback und heizte Biegler ordentlich ein. Mehrfach fand sich das 28-jährige Muskelpaket nun im weiteren Verlauf auf dem Boden wieder.

Auch in Runde vier hatte Stojakovic zunächst Vorteile, ehe sich sein sichtlich beeindruckter Gegner berappelte und selbst wieder kräftig austeilte. Längst lieferten sich auch die Fans beider Lager einen lautstarken Wettstreit um die akustische Vorherrschaft in der Rundsporthalle. "Kosta, Kosta" schallte es aus der einen Ecke, "Zori, Zori" aus der anderen.

Im letzten Durchgang wurde das WM-Duell dann aufgrund einer Massenkeilerei im Publikum (siehe Artikel unten) für mehrere Minuten unterbrochen. Fassungslos verfolgten die zwei Kickboxer Seite an Seite die hässlichen Szenen, die sich außerhalb des Rings abspielten. Erst, nachdem sich die Lage wieder beruhigt hatte, ging das Kräftemessen weiter.

Für Stojakovic war jene Unterbrechung der Knackpunkt. "Bis dahin war der Kampf relativ ausgeglichen. In der restlichen einen Minute hat Konstantin das Zepter dann in die Hand genommen und das Ding gedreht. Ohne diese Zwangspause hätte ich gewonnen", meinte der 30-jährige Göppinger. "Ich habe schon zu diesem Zeitpunkt klar geführt", widersprach Biegler.

Trotz der Niederlage war Stojakovic mit seinem Auftritt zufrieden. "Man hat keinen Klassenunterschied zwischen uns gesehen", stellte der Maschinenschlosser mit Genugtuung fest. Auch er hatte für seinen Kontrahenten nur positive Worte übrig: "Ich war beeindruckt von seiner Fitness. Konstantin respektiere ich als Mensch und als Sportler. Im Ring sind wir Kämpfer, aber außerhalb sind wir Freunde."

So boxten die anderen