Berlin Großes Echo, geringe Auswirkung

Berlin / DPA 26.07.2013
Die Epo-Sünden der Radfahrer 1998 haben nur wenig Konsequenzen. Andere Sportarten wie der Fußball haben momentan nichts zu befürchten.

Das Echo zum Doping-Beben aus Frankreich war groß, die Konsequenzen für die aufgeflogenen Ex-Stars wie Jan Ullrich oder Erik Zabel sind dagegen überschaubar. Der Radsport-Weltverband UCI schloss ein erneutes Umschreiben der Siegerlisten kategorisch aus und kritisierte vielmehr die Anti-Doping-Kommission des französischen Radsports für die Offenlegung von Namen.

Ober-Betrüger Lance Armstrong forderte sogleich ein Ende der schmerzhaften Vergangenheitsbewältigung. "Wenn wir nicht zusammenkommen, einen Strich ziehen und nach vorne blicken, sind wir alle angeschissen", sagte der lebenslang gesperrte Armstrong. Überraschendes sei in dem Report nicht dabei gewesen.

Während Armstrong alle sieben Tour-Titel von 1999 bis 2005 aberkannt wurden, will der UCI jetzt nicht reagieren. "Die nachträglichen Tests der Tour-Teilnehmer von 1998 wurden vom französischen Labor aus wissenschaftlichen Zwecken durchgeführt und entsprachen nicht den Standards für Anti-Doping-Analysen. Außerdem wurden die Grundsätze der Anonymität und die vorherige Zustimmung der Fahrer zu wissenschaftlichen Zwecken nicht eingehalten", monierte die UCI in einer Stellungnahme. Es seien auch keine B-Proben verfügbar. Damit wird beispielsweise der 2004 verstorbene Marco Pantani weiter als Toursieger 1998 geführt, genauso wie Erik Zabel als Gewinner des Grünen Trikots.

Ungemütlicher dürfte für Zabel am ehesten das Gespräch mit den Verantwortlichen der Hamburger Cyclassics ausfallen. Der sechsmalige Gewinner des Grünen Trikots ist dort Sportdirektor und muss sich nun verantworten. Unmittelbare Auswirkungen hatte das Untersuchungsergebnis der Senatskommission für Ex-Weltmeister Abraham Olano, der nach den jüngsten Skandalmeldungen in Frankreich seinen Posten als Technischer Direktor der Spanien-Rundfahrt räumen muss.

Im Gegensatz zum Radsport bleiben dem Fußball Negativ-Schlagzeilen erspart. Wie die französische Sporttageszeitung "L"Équipe" berichtete, seien die bei der Fußball-WM 1998 gemachten Dopinganalysen auf Anordnung des Weltverbandes Fifa vernichtet worden. Auch in der Leichtathletik, im Biathlon, Tennis oder Ski alpin ist mit brisanten Enthüllungen vorerst nicht zu rechnen.

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