Barcelona Gold überstrahlt den Wirbel um Steffen

Gruppenbild mit Goldmedaillen: Christian Reichert, Isabelle Härle and Thomas Lurz (von links) am Hafenbecken von Barcelona. Foto: dpa
Gruppenbild mit Goldmedaillen: Christian Reichert, Isabelle Härle and Thomas Lurz (von links) am Hafenbecken von Barcelona. Foto: dpa
Barcelona / DPA 26.07.2013
Das Freiwasser-Team hat sich bei der WM überlegen den Titel gesichert. Beim Turmspringen überzeugten Maria Kurjo und Patrick Hausding. Medaillenhoffnung Britta Steffen verzichtet auf die 50 Meter Freistil.

Die Goldmedaille für das Freiwasser-Team ließ das Rätselraten um einen weiteren WM-Start von Britta Steffen in den Hintergrund rücken. Als überlegene Weltmeister klatschten sich Thomas Lurz, Christian Reichert und Isabelle Härle im trüben Hafenwasser von Barcelona ab. Das Schwimm-Trio posierte schon für Siegerfotos, als noch reichlich andere Teams auf der fünf Kilometer langen Strecke unterwegs waren. "Das war von A bis Z ein perfektes Rennen", pries Rekordchampion Lurz den herausragenden Auftritt bei seinem nunmehr elften WM-Titelgewinn.

"Weltmeister werden ist immer geil, egal wo und auf was." Stolz zeigten die Drei mit lachenden Mienen die fünfte deutsche Medaille dieser Titelkämpfe. Das zweite Gold nach dem der Wasserspringer Patrick Hausding/Sascha Klein sorgte bei Leistungssportdirektor Lutz Buschkow für ein breites Lächeln. Ebenso der fünfte Platz von Maria Kurjo am Abend vom Turm.

Bei den Nachfragen zum Thema Britta Steffen und deren Start über 50 Meter Freistil verfinsterte sich sein Gesicht wieder. Obwohl die für diese Strecke qualifizierte Daniela Schreiber einen Verzicht angeboten hatte, wurde dieser nicht angenommen. Wieso, weshalb, warum? Weltrekordlerin Steffen schwieg. Konkretere Gründe nannten auch die Verantwortlichen nicht. Die Teamleitung verkündete nur die Entscheidung pro Schreiber.

Dabei hatte das Votum sogar Freiwasser-Bundestrainer Stefan Lurz überrascht, als dieser sich mit seinem späteren Goldteam im Palau Sant Jordi einstimmte. "Die waren wie in einem Rausch, ein so hohes Tempo von Anfang bis Ende, das war einfach nur geil", frohlockte der Medaillenschmied nach dem vierten Edelmetall seiner Truppe bei dieser WM.

Mehr als eine Minute Vorsprung hatte das deutsche Team auf der Fünf-Kilometer-Strecke im Hafen der katalanischen Metropole auf Silbermedaillengewinner Griechenland. Vor zwei Jahren in Schanghai waren Lurz und Härle zusammen mit Jan Wolfgarten noch Dritte geworden. "Vorbildlich, ein Super-Team, ein Super-Kampfgeist", lobte Buschkow nach dem Auftritt der Freiwasser-Asse und hob den Mustermann aus Würzburg wieder einmal gesondert hervor. "Thomas Lurz ist ein Vorbild. Wie er beißt, wie er Rennen gestaltet. Er ist nach der Medaille zu den Wasserballern, hat Teamgeist bewiesen. Von dem Charakter wünsche ich mir viele Athleten."

Charakter, aber vor allem Biss bewies einer seiner Vorzeigespringer. Patrick Hausding kämpfte sich mit einer Bizepssehnenentzündung und ein "bisschen zugeschossen" mit Schmerzmitteln als 13. durch den Vorkampf vom Drei-Meter-Brett. Das Halbfinale beendete er als Fünfter und verließ schließlich nach einem Neun-Stunden-Tag in der Hitze mit einem glücklichen Gesicht die Anlage. "Ich probier im Finale, alles in einem Wettkampf zusammenzusetzen", sagte der Weltmeister. Schon das Heben des Armes hatte am Morgen noch geschmerzt, die Frage nach einem Start geisterte ihm im Kopf herum, dazu hatte er weiter Ohrprobleme.

Im Team der Beckenschwimmer gab es unterdessen wiedermal Verwirrung um Britta Steffen. Genau erklären vermochte keiner die Entscheidung, dass nun doch Schreiber und nicht wie gemutmaßt Steffen über 50-Meter-Freistil antreten soll. Buschkow meinte, man müsse die "Gesamtheit der Belastung" sehen. Meinte er möglicherweise die Lagen-Staffel? Hier werden die Medaillen am selben Abend wie über die 50 Meter Freistil vergeben.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel