Lyon Göppinger Markus Rehm wird mit Weltrekord Weltmeister

Stammt aus Göppingen, startet für Leverkusen: Markus Rehm.
Stammt aus Göppingen, startet für Leverkusen: Markus Rehm. © Foto: dpa
DPA/EB 26.07.2013
Ein Riesen-Satz: Weitspringer Markus Rehm hat sich mit seinem Weltrekord von 7,95 Meter in neue Sphären des paralympischen Sports katapultiert.

Sein bisheriger Weltrekord hielt nicht mal zwei Wochen. Mit 7,95 Metern verbesserte der unterschenkelamputierte Weitspringer Markus Rehm seine alte Bestmarke gleich um 41 Zentimeter und schrieb ein neues Kapitel im paralympischen Sport. WM-Gold war da fast nebensächlich.

Ein Jahr nach seinem Sieg bei den Paralympics in London verteidigte der Athleten von Bayer Leverkusen in Lyon seinen Titel als bester Weitspringer. Das Knacken der magischen Acht-Meter-Marke scheint nur noch eine Frage der Zeit zu sein. "Das ist der Knaller. Ich hätte nie gedacht, dass so ein Sprung möglich ist", sagte Rehm nach seiner Glanzleistung am späten Mittwochabend. Dabei hatte er beim Einlaufen noch leichte Probleme mit seinem lädierten Knie. Doch im Wettkampf war davon nichts zu spüren. Nach einem Fehlversuch stieg Rehm mit 7,26 Metern ein. Es folgten 7,52 Meter, auch nur zwei Zentimeter weniger als bei seinem Weltrekord vor knapp zwei Wochen. Im vierten Durchgang war es dann soweit: Rehm lief an, beschleunigte auf Höchstgeschwindigkeit und traf dank exzellenter Technik das Brett perfekt. Der 24-Jährige sprang ab, flog und schien gar nicht mehr landen zu wollen. Als auf der Anzeigetafel 7,95 aufleuchteten, war seine Freude grenzenlos.

"Ich konnte es nicht glauben. Es war der perfekte Sprung", sagte Rehm und machte sich mit einer Deutschland-Fahne im Arm auf die Ehrenrunde. Wenig später fiel er seiner Familie und Trainerin Steffi Nerius in die Arme. "Irre, mir fehlen die Worte. Markus hatte mit Verletzungen zu kämpfen, das Ziel war der Titel. Der fantastische Weltrekord macht mich sprachlos und glücklich", meinte die frühere Speerwurf-Weltmeisterin Nerius bewegt.

Dabei verlief die Vorbereitung alles andere als gut. Rehm brach sich das Kahnbein, konnte lange nicht trainieren. Im Wettkampf trug der gebürtige Göppinger, dem nach einem Unfall mit dem wasserskiähnlichen Wakeboard vor zehn Jahren der rechte Unterschenkel hatte amputiert werden müssen, eine Bandage. Umso erstaunlicher, dass der Orthopädiemeister, der mit seinem rechten Prothesenbein abspringt, sich insgesamt um 60 Zentimeter in den letzten zwei Wochen steigerte.