Köln Galoppsport in der Krise

Galopprennen an traditionsreichen Standorten wie Iffezheim sind bei den Zuschauern zwar noch beliebt. Doch der teure Sport steckt in der Krise. Foto: dpa
Galopprennen an traditionsreichen Standorten wie Iffezheim sind bei den Zuschauern zwar noch beliebt. Doch der teure Sport steckt in der Krise. Foto: dpa
Köln / SID 08.03.2013
Die Situation im deutschen Galopprennsport ist weiterhin schwierig. Die Verantwortlichen arbeiten aber mit Hochdruck an Lösungen.

Weniger Pferde, weniger Rennen, weniger Umsatz: Der deutsche Galopprennsport befindet sich trotz aller Anstrengungen in den vergangenen Jahren weiterhin in einer schwierigen Lage. Die Streichung des Zuschusses aus den Lotterieeinnahmen des "Spiel 77" für die NRW-Rennvereine durch die Landesregierung sowie die in vielen Gemeinden geplante Einführung einer Pferdesteuer erschweren die Situation zusätzlich.

Wie German Racing in seinem Jahresbericht 2012 deutlich machte, versuche man weiterhin, die Verantwortlichen zu einem Umdenken zu bewegen, um die Streichung der Lotterieeinnahmen des "Spiel 77" rückgängig zu machen. Auch gegen eine Pferdesteuer regt sich heftiger Widerstand. "Die Pferdesteuer ist unsozial, schädigt die Erziehungsgedanken bei jungen Menschen, im Umgang mit dem Pferd Verantwortung zu lernen, und trifft insbesondere im Leistungssport Pferde, die den Gemeinden keine Kosten verursachen", sagt Andreas Tiedtke, scheidendes Geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Direktoriums.

Dabei hat der deutsche Galopprennsport trotz beachtlicher sportlicher Erfolge in den vergangenen Jahren ohnehin schon genug Probleme. Die Zahl der in Deutschland im Training befindlichen Rennpferde ist weiter rückläufig. Im Jahr 2012 waren lediglich 2829 Galopper im Training, 2011 waren es noch 3072 gewesen. Zum Vergleich: 1995 wurden auf den deutschen Rennbahnen noch 4900 Galopper trainiert.

Durch die bedenklichen Zahlen ging auch der Umsatz auf den deutschen Bahnen von 34 121 886 Millionen Euro in der Saison 2011 auf 31 917 137 Millionen Euro zurück. Das meiste Geld floss im vergangenen Jahr in Baden-Baden durch die Kassen, doch auch dort sank der Umsatz auf 8 035 929 Millionen Euro. Wehmütig blickt man zurück in die Vergangenheit: Im Jahr 2000 wurden auf der deutschen Vorzeigebahn noch 21 991 411 Millionen Euro umgesetzt.

Die Verantwortlichen der deutschen Turfszene senden nun deutliche Signale in Richtung Besitzer und Züchter. So hat die Besitzervereinigung mit den Rennvereinen bereits ein Programm zur Stärkung der Basis mit hochdotierten Dreijährigen-Rennen und Ausgleichen II gestartet.