Paris Für deutsche Radprofis endet eine tolle Tour

Paris / DPA 22.07.2013
Marcel Kittel fuhr einen Tag im Gelben Trikot und gewann vier Etappen. Selten waren deutsche Radprofis so erfolgreich wie bei der 100. Tour de France.

Marcel Kittel geht leicht als Traum vieler Schwiegermütter durch. Bei der Jubiläumsausgabe war der sympathische Thüringer das neue Gesicht der 100. Tour de France und Sinnbild für den größten Erfolg deutscher Radprofis seit der Zeit von Jan Ullrich und Erik Zabel. Der 25-Jährige trug bei der größten Radsport-Party der Welt das erste Gelbe Trikot in Bastia und holte vier Etappensiege - den letzten gestern auf den Champs-Elysées. Je einmal erfolgreich waren bis zur Abschlussetappe André Greipel und Tony Martin. Hinzu kamen Achtungserfolge des nimmermüden Altmeisters Andreas Klöden und des Debütanten John Degenkolb als Etappenzweite. Die Frankreich-Rundfahrt 2013 bleibt aus deutscher Sicht als Tour d"Allemagne haften.

Kittel, der große Blonde aus Arnstadt, gilt als Vertreter der neuen Generation, für die Fragen nach Doping nicht automatisch zum Reizthema werden. Das gilt in ähnlicher Form auch für Greipel und Martin, für die Oldies Jens Voigt (41) und Klöden (38) kaum. "Ihre Leistungen werden respektiert und als saubere Leistung anerkannt", sagte BDR-Präsident Rudolf Scharping, "sie heute wegen des "verseuchten" Jahrzehnts unter Generalverdacht zu stellen, ist unfair."

Für Tony Martin war die Tour 2013 wie im Vorjahr zunächst wieder mit sehr viel Schmerzen verbunden. Ein fürchterlicher Sturz auf der ersten Etappe schien das Aus zu bedeuten. Aber Martin wiederholte seine von 2012 bekannte Tour der Leiden, diesmal mit einer Lungenprellung, einer Fleischwunde am Ellenbogen und Schürfwunden am gesamten Körper.

Seine große Motivation zum Durchhalten war das Zeitfahren zum Kloster Mont Saint-Michel am 12. Tourtag. Der 28-jährige wurde seiner Favoritenrolle gerecht. Zwölf Sekunden vor Toursieger Christopher Froome holte er sich seinen zweiten Etappensieg nach 2011. "Endlich Paris. Nach dreieinhalb Wochen bin ich fix und alle, aber auch froh", sagte Martin.

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