Ulm Farbtupfer dank Rot

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Autorenfoto © Foto: Könneke Volkmar
Ulm / THOMAS GRUBER 27.03.2017

Was hatten die Formel-1-Fans auf die Saison hin gefiebert: Neues Reglement, damit auch neue Kräfteverhältnisse? Auf den ersten Blick sieht es so aus. Nach 533-tägiger Durststrecke erzwingt Ferrari-Star Sebastian Vettel in Melbourne einen Triumph über die Dauer-Dominatoren im Zeichen des Mercedes-Sterns. Doch bei genauer Betrachtung sind Zweifel angebracht: War die Scuderia in zahlreichen Rennen stets Garant für unzuverlässige, läppisch ausgetüftelte Taktik, so hat Ferrari dieses Mal in diesem Punkt überzeugt. Entscheidend war in Australien neben der erstaunlichen Haltbarkeit und Zuverlässigkeit des Aggregats das Vorgehen. Diese Hausaufgaben wurden beim Traditionsrennstall aus Maranello den Winter über gemacht.

Gleichgültig, ob der Pilot bei den Silbernen nun Hamilton, Rosberg oder Bottas hieße – wäre das Mercedes-Team um Stratege Toto Wolff der akribischen Renn-Strategie der vergangenen Jahre treu geblieben, die Ferrari-Mannschaft würde weiter die Tage der Sieglosigkeit zählen. Ergo: Kann Ferrari die Zuverlässigkeit der Dienstautos konservieren, Vierfach-Champion Vettel seinen Teil dazu beisteuern, dann wird das siegverwöhnte Mercedes-Team dauerhaft unter Druck gesetzt. Weitere ernsthafte Gegner sind noch nicht erkennbar, was wiederum schade ist.