Stuttgart Ex-Bob-Champion Machata am Tiefpunkt

Für Manuel Machata wird's richtig eng.
Für Manuel Machata wird's richtig eng. © Foto: dpa
SID/EB 03.01.2015
Vor Olympia verkaufte er seine Kufen an die Konkurrenz, nun ist der Ex-Vierer-Weltmeister Manuel Machata am Tiefpunkt seiner Karriere angelangt.

Er war Weltmeister, Europameister, er handelte viel diskutiert und durchaus skandalträchtig mit Bobkufen und steht nun vor den Trümmern seiner Karriere: Für Manuel Machata ist die nacholympische Wintersportsaison und auch die eigene Laufbahn so gut wie beendet. Falsche Berater, falsches Management?

Der Viererbob-Pilot aus Berchtesgaden hat sich bei den deutschen Meisterschaften in Winterberg der nationalen Konkurrenz klar geschlagen geben müssen und wurde weder für die weiteren Weltcuprennen noch für die Welttitelkämpfe in Winterberg nominiert. Warum auch? Der 30-jährige Machata hat kaum noch eine sportliche Perspektive: Rang fünf bei der DM mit einem Rückstand von 0,75 Sekunden - im Bobsport eine gefühlte Ewigkeit.

Zwar musste der Student der Automobilwirtschaft vom BC Stuttgart Solitude seine schweren Gefährte grippegeschwächt durch den Eiskanal von Winterberg pilotieren, durfte aber auf mildernde Umstände seitens des Verbandes nicht hoffen. Noch immer belastet der umstrittene Verkauf eines Kufensatzes an den Russen Alexander Subkow das Verhältnis zwischen Machata und den Funktionären. Subkow wurde unter anderem dank dieser Unterstützung in Sotschi Olympiasieger - vor den gedemütigten Athleten des Bob- und Schlittenverbandes für Deutschland (BSD).

Eine zunächst beschlossene einjährige Wettkampfsperre Machatas wurde im April aufgehoben, wohlgelitten ist der gebürtige Berchtesgadener aber im BSD nicht mehr. Selbst Manager Axel Watter ist unschlüssig, ob sein Schützling durchhalten und weitermachen sollte: "Wir werden besprechen, ob und wenn ja, wie es weitergeht." "Machete" Machata jedenfalls kletterte in Winterberg tief enttäuscht aus seinem Gefährt. "Ich bin total am Ende, es was alles für die Katz", sagte er deprimiert.