Kommentar Thomas Gotthardt zu den erfolgreichen Championships Europa – mal rein sportlich

Könneke
Könneke © Foto: Könneke
tgo 14.08.2018

Schon komisch: Europa macht aktuell den Eindruck eines fragilen politischen Gebildes, das  zusammenzubrechen droht. Aber im Sport funktioniert dann doch wieder der europäische Gedanke, der Geist Europas.

Die European Championships in Berlin und Glasgow, diese neu geborene, kleine Schwester von Olympia, hat viele zunächst nur mäßig Interessierte regelrecht in ihren Bann gezogen. Eine Europameisterschaft in sieben Sportarten, die nicht alle zu den großen Krachern gehören. Aber egal: Die Zuschauern, ob live vor Ort oder vor dem TV,  feierten die Athleten. Die Athleten feierten das Publikum. Es war keine abgehobene Veranstaltung, sondern ein eher familiäres Treffen. Eben das, was olympische Spiele einst ausmachte, im Zuge der Kommerzialisierung aber mehr und mehr verschwindet.

Berlin und das begeisterungsfähige Publikum hat viel zu dem positiven Gesamtbild beigetragen. Und die unerwartet guten Leistungen der deutschen Sportler. Die Leichtathletik-EM hätte vermutlich auch als Einzelveranstaltung ohne Glasgow funktioniert. Aber  so, eingebettet in den großen Rahmen, war es eben noch einen Tick europäischer. Die Zeichen stehen auf Wiederholung, auch wenn die Zusatzbelastung nicht wegzudiskutieren ist. Es ist ein Abstimmungsproblem der  Verbände, das gelöst werden muss.

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