Skispringen Ende der Durststrecke in Sicht?

Heilbronn / sid 27.12.2017

Der viermalige Tournee-Sieger Jens Weißflog hofft auf das Ende der deutschen Durststrecke bei den traditionellen Skisprung-Festtagen in Oberstdorf, Garmisch-Partenkirchen, Innsbruck und Bischofshofen. „Die Deutschen haben in den vergangenen Jahren fast alles gewonnen, aber wenn die Tournee nicht dabei ist, sagen viele: Das war doch wieder nichts“, sagte Weißflog: „Die Tournee bleibt sehr stark im Gedächtnis. Vielleicht ist das ein Grund, warum wir Ehemaligen überhaupt noch bekannt sind.“

Seit Sven Hannawalds einmaligem Grand Slam mit den Siegen auf allen vier Schanzen im Winter 2001/02 wartet die Skisprung-Nation Deutschland auf einen Tournee-Champion. Weißflog hatte 1984, 1985, 1991 und 1996 die Gesamtwertung gewonnen.

Der 53-Jährige vermisst auch mehr als 20 Jahre nach seinem Karriereende die Sprünge von der Schanze, auch wenn er nicht in der Vergangenheit lebt. „In erster Linie ist es die Sportart, die Spaß macht“, sagte er: „Heute ist nur die Gefahr, dass die Athleten mit dem Rummel nicht klarkommen. Nach dem Sprung müssen sie an der Meute vorbei, jeder will ein Autogramm. Das war bei uns früher auch, aber inzwischen erwarten sie noch ein Selfie.“

Bei der 66. Vierschanzen-Tournee, die am Samstag (16.30 Uhr/ARD) in Oberstdorf beginnt, zählt der Weltcupführende Richard Freitag zu den Favoriten. Freitag ist, wie Weißflog und Hannawald, im sächsischen Erlabrunn geboren.

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