Moskau EM ohne Medaille

Moskau / DPA 22.04.2013

Fabian Hambüchen schüttelte immer wieder den Kopf und ließ sich von den Kameraden trösten, Marcel Nguyen hob entschuldigend beide Arme. Auch die beiden Vorturner konnten die Bilanz am Ende nicht schönen, das deutsche Team verpasste in Moskau zum ersten Mal seit neun Jahren eine Medaille bei Europameisterschaften. Wie schon im Vorkampf patzte Hambüchen beim Adler mit ganzer Drehung und musste diesmal sogar unfreiwillig vom Reck. Statt seinen siebten EM-Titel zu feiern, wurde der Superstar nur Sechster.

Nguyen wurde seiner Favoritenstellung ebenfalls nicht gerecht. Wegen eines Haltungsfehlers beim Angang vergab er als Vierter die Chance, mit der schwierigsten Übung des Finalfeldes seinen dritten Titel am Barren nach 2011 und 2012 zu ergattern. Auch Matthias Fahrig patzte, er landete zweimal in den Finals auf dem Hinterteil.

Hambüchen war der Kummer über die missglückte Übung anzumerken. "So ist der Sport. Aber es ist auch gut, dass so etwas mal passiert. Damit man sieht, dass Medaillen keine Selbstläufer sind", meinte der Student an der Sporthochschule Köln, nachdem er sich beim Adler über der Reckstange vergriffen und damit seine 21. Medaille bei Olympia, Welt- und Europameisterschaften verpasst hatte. Nguyen entschuldigte sich fast, nachdem sein Plan für seine sechste EM-Medaille nicht aufgegangen war. "Es war ein neues Teil, da kann mal ein Fehler passieren", bedauerte er.

Dominierendes Team war Russland. Die Gastgeber holten sechs Titel und stellten in Alija Mustafina und David Beljawski auch die überragenden Mehrkampf-Könige.

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