Berlin Eine Liebeserklärung des Titel-Garanten

Freudentanz mit dem Meister-Pokal: Eishockey-Coach Don Jackson. Foto: dpa
Freudentanz mit dem Meister-Pokal: Eishockey-Coach Don Jackson. Foto: dpa
Berlin / SID 23.04.2013
Nach seinem fünften Meistertitel scheint die Zukunft von Erfolgstrainer Don Jackson in Berlin zu liegen. Trotz des Lockrufs anderer Eishockey-Klubs.

Uwe Krupp war längst mit leerem Blick in die Kabine geflüchtet, als Don Jackson seinen großen Auftritt hatte. Vor der Fankurve der Eisbären Berlin hüpfte der Amerikaner auf und ab, reckte den Silberpokal in die Höhe, ließ sich mit Sprechchören feiern. Bei seinem fünften Meistertitel in sechs Jahren hatte "Jackson Five" nicht nur den Kölner Trainerkollegen Krupp in den Schatten gestellt. Mit einer Liebeserklärung an den Klub setzte er auch den Spekulationen um seinen Weggang ein Ende. "Ich bin ein Eisbär. So lange man mich hier haben will, bleibe ich", sagte der 56-Jährige nach dem 4:1-Sieg im vierten und letzten Finalspiel der Deutschen Eishockey Liga (DEL) gegen die Haie.

Manager Peter John Lee nahm den Puck sofort auf: "Dann werden wir gleich verhandeln. Er hat Spaß und Erfolg, warum sollte er auch weggehen wollen?" Vielleicht, weil in München ein Großsponsor ein Eishockey-Projekt plant und Gerüchten zufolge ein Auge auf den erfolgreichsten Trainer der vergangenen Jahre geworfen hat. Jacksons Vertrag läuft offiziell aus.

Nach seinem Bekenntnis spricht nun alles für einen Verbleib beim DEL-Rekordchampion (sieben Titel in neun Jahren), auch wenn Lee nur vorsichtig optimistisch ist: "Donnie wird sich Zeit lassen. Er war noch nie schnell in diesen Dingen." Die Spieler hielten noch auf dem Eis ein Plädoyer für ihren Coach. "Er hat einen super Charakter, ich habe viel von ihm gelernt", sagte Kapitän Andre Rankel nach dem ersten Titel-Hattrick der Klubgeschichte. Jens Baxmann schwärmte: "Er weiß genau, wie er uns anpacken muss, wann er uns Freiraum geben kann und die Zügel anziehen muss." Jacksons Qualitäten waren in dieser Achterbahn-Saison allesamt gefragt. Nach dem Karriereende der Führungsspieler Sven Felski und Stefan Ustorf fehlte dem Titelverteidiger lange Zeit der Punch. Nach schwächerer Hinrunde blühten die jungen deutschen Spieler wie Rankel, Florian Busch und Constantin Braun in den Play-offs in ihren neuen Führungsrollen auf. Am Ende bewiesen die abgezockten Berliner wieder einmal: Von den Eisbären lernen, heißt siegen lernen.

"Die Erfahrung hat sich gegen mein spielerisch stärkeres Team durchgesetzt", sagte Haie-Coach Krupp. Wie sehr ihn die Niederlage in seinem ersten Finale als Trainer mitnahm, wollte der frühere Stanley-Cup-Sieger nicht preisgeben. "Jetzt ist die Zeit, den Eisbären zu gratulieren und nicht, einen Einblick in mein Seelenleben zu geben", raunzte der Ex-Bundestrainer in eine TV-Kamera. Krupps Zukunft in Köln ist gesichert, er wird - wohl im Fernduell mit Jackson - nächste Saison einen neuen Anlauf auf den Titel nehmen.

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