Barcelona Ein Dreier-Kampf gegen die Uhr

Will ihre zweite WM-Medaille nach 2011: Isabelle Härle (Essen). Foto: dpa
Will ihre zweite WM-Medaille nach 2011: Isabelle Härle (Essen). Foto: dpa
DPA 25.07.2013
Isabelle Härle (Essen) will heute in ihrem erst sechsten internationalen Freiwasserrennen die zweite WM-Medaille gewinnen - im Team mit zwei Männern.

Die einzige Frau neben zwei deutschen Schwimmern entscheidet. Im Team-Wettbewerb der Freiwasserspezialisten heute (Start: 12 Uhr) bei der WM in Barcelona müssen Christian Reichert an der Spitze und Rekord-Weltmeister Thomas Lurz in der Mitte auf Isabelle Härle Rücksicht nehmen.

"Es geht darum, dass wir die perfekte Geschwindigkeit für die Frau wählen", erklärte Bundestrainer Stefan Lurz den WM-Wettbewerb auf fünf Kilometern im Dreier-Kampf gegen die Uhr. "Aller Voraussicht nach schwimmt Christian vorweg, der Thomas als Puffer und die Isi dann volle Kanne hinterher. Dadurch dass Isabelle Härle im Becken sehr gut ist, zählen wir zu den Favoriten." Im Abstand von einer Minute gehen die Teams auf die Fünf-Kilometer-Strecke in Barcelonas Hafen, die Zeit des langsamsten Schwimmers zählt. Die Frau kann dabei erfahrungsgemäß im Sog ihrer Vordermänner etwa zehn Prozent Kraft sparen. Und wenn die Geschwindigkeit zu langsam werden sollte, kann sie zum Beispiel an die Füße klopfen und so Zeichen geben. Vor zwei Jahren holte Deutschland mit Lurz, Jan Wolfgarten und Härle WM-Bronze. Olympisch ist der Team-Event bislang nicht.

Im Einzel-Rennen über fünf Kilometer wurde Isabelle Härle gute Fünfte und musste im "Geknüppel" einiges einstecken und verpasste Bronze nur um 1,5 Sekunden. Dass sie nun nicht gegen ein Pulk mehrerer Dutzend Konkurrentinnen, sondern mit zwei ihr wohlgesonnen Männern schwimmen kann, kommt der gelernten Beckenschwimmerin zu Gute. Entscheidend ist aber auch das Losglück, denn Überholen von zu gestarteten langsameren Teams kann Zeit kosten. "Ich will die Medaille, jetzt erst recht, Scheiße.(...) Ich mach die Jungs jetzt noch ein bisschen heiß", hatte Isabelle Härle am Samstag nach ihrem Einzelrennen gesagt. Vor zwei Jahren in Schanghai hatte sie bereits Team-Bronze geholt.