Leichtathletik-EM Ein „Salto nullo“ und zwei Pechvögel

Das Finale ganz knapp verpasst: Torben Laidig aus Schwäbisch Hall.
Das Finale ganz knapp verpasst: Torben Laidig aus Schwäbisch Hall. © Foto: Michael Kappeler/dpa
Berlin / Wolfgang Scheerer 11.08.2018

Ihnen gehört die Zukunft. Die Gegenwart sah bei der EM in Berlin weniger erfreulich aus: Torben Laidig, der erste Schwäbisch Haller bei einer Leichtathletik-EM, war ganz dicht dran am Final-Einzug im Stabhochsprung. Auch der fünf Jahre jüngere Leverkusener Bo Kanda Lita Baehre, 19, ist gestern in der Qualifikation nur wegen zu vieler Fehlversuche gescheitert. Raus waren sie trotzdem, und richtig bitter erwischte es – wieder einmal – Raphael Holzdeppe. Der Weltmeister von 2013 scheiterte mit drei Fehlversuchen, einem so genannten Salto nullo an seiner Einstiegshöhe 5,51 Meter, die sowohl Laidig als auch Lita Baehre noch gemeistert hatten, ehe auch für sie Endstation war. Für den 28-Jährigen war es nach dem Quali-Aus bei Olympia 2016 und dem WM-Finale 2017 ohne gültige Höhe der dritte frustrierende Start nacheinander bei einem Großereignis. Einen Muskelfaserriss, erlitten bei der DM vor drei Wochen in Nürnberg, nannte Holzdeppe in Berlin als Grund.

Torben Laidig dagegen wäre bei der EM-Premiere fast der Coup gelungen. Er verpasste das Finale der besten Zwölf um einen Rang. Grund: die beiden Fehlversuche zum Auftakt bei 5,16. „Das darf halt nicht passieren. Aber die Nervosität und der Respekt vor dem EM-Start mussten sich erst legen“, sagte der Medizinstudent, dessen finnische Freundin Erika extra nach Berlin geflogen war. 5,36 und 5,51 nahm er dann gleich im ersten Anlauf, erst 5,61 waren zu hoch, auch wenn seine Bestleistung bei 5,70 steht.

„Es ist natürlich schade, wenn man bei so einem tollen Heim-Event so knapp am Finale scheitert“, sagte Laidig, der erst vor knapp zwei Monaten vom College-Aufenthalt in den USA zurückkehrt ist und jetzt für die LAV Tübingen startet. In Tübingen wird er auch weiterstudieren. Laidig: „Ich warte ganz aktuell auf die Zusage der Uni. Vielleicht wird es ja doch noch ein erfolgreicher Tag.“

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