DTM DTM: Mercedes-Ausstieg und die Folgen

In der sachlichen Analyse: DTM-Chef Gerhard Berger.
In der sachlichen Analyse: DTM-Chef Gerhard Berger. © Foto: dpa
Stuttgart / dpa 26.07.2017
Der Ausstieg von Mercedes aus der DTM trifft die Rennserie in einer ohnehin nicht leichten Zeit. Chef Gerhard Berger mahnt zu Gelassenheit. Doch die TV-Quoten sind nur mäßig.

Die DTM steht nach der Ausstiegsankündigung von Mercedes vor einer ungewissen Zukunft. In Panik dürfe man aber nicht verfallen, mahnt ihr neuer Chef Gerhard Berger. Den ehemaligen Formel-1-Piloten traf die Nachricht vom Ende des schwäbischen Autobauers im Deutschen Tourenwagen-Masters ab 2019 allerdings „wie ein Keulenschlag“. Berger fordert: „Jetzt muss man in die Hände spucken und die neue Situation als Herausforderung sehen.“

Eine Herausforderung mit vorerst offenem Ausgang: „Die Konsequenzen für Audi und die Rennserie sind adhoc nicht absehbar“, sagt Motorsportchef Dieter Gass von Mercedes‘ Noch-Konkurrent Audi. Nur der Autobauer aus Ingolstadt und BMW bleiben nach jetzigem Stand übrig, wenn sich Mercedes nach der Saison 2018 aus dem Deutschen Tourenwagen Masters verabschiedet.

Mercedes schlägt einen veränderten Motorsport-Kurs ein. Neben dem Formel-1-Engagement heißt es ab 2019/2020 Formel E statt DTM. Die erste vollelektrische Rennserie hat damit einen weiteren großen Autobauer gewonnen. Auch Audi und BMW ab der Saison 2018/2019 haben längst den Wert der Saubermann-Serie erkennt, der in Zeiten der Abgas-Skandale wächst. Nur war bei ihnen von einem DTM-Ende bisher nicht die Rede.

Auf die DTM kommen nun vermutlich entscheidende Monate zu. Audi sprach offen schon von einer Bewertung möglicher Alternativen zur DTM. Womöglich könnte der Mercedes-Ausstieg auch die Gedanken über ein etwaiges Engagement als Motoren-Lieferant in der Formel 1 wieder anheizen. Von BMW wird zumindest ein stark verändertes DTM-Reglement ins Spiel gebracht. Hinzu kommt die Ungewissheit  über die TV-Übertragungsrechte. Die Einschaltquoten der ARD zuletzt bei den Rennen in Moskau waren nicht gerade üppig. Die ARD verhandelt derzeit über die Rechte an der Formel 1. Doch welcher andere Sender reißt sich um eine DTM mit nur zwei Herstellern reißen?