Freiburg Dopingaffäre: Strafbefehl gegen Arzt bestätigt

Hatte ein Geständnis abgelegt und sich klar selbst belastet: Team-Arzt Andreas Schmid.
Hatte ein Geständnis abgelegt und sich klar selbst belastet: Team-Arzt Andreas Schmid.
Freiburg / DPA 13.09.2012
Die Staatsanwaltschaft Freiburg zog einen Schlussstrich unter die Ermittlungen gegen die Ärzte der früheren Radsport-Teams Telekom/T-Mobile.

Die Staatsanwaltschaft Freiburg hat den Strafbefehl gegen den geständigen Mediziner Andreas Schmid bestätigt und dessen Aussagebereitschaft gelobt. Schmid hatte einen Strafbefehl zur Zahlung von 90 Tagessätzen wegen Verstoßes gegen das Arzneimittelgesetz akzeptiert. Damit ist das Verfahren gegen den früheren Arzt der Radsport-Team Telekom und T-Mobile beendet. "Er hat ein Geständnis abgegeben und sich darin klar selbst belastet", sagte Oberstaatsanwalt Christoph Frank. Am 11. September ist der Strafbefehl rechtskräftig geworden. Schmid ist nicht vorbestraft. "Doping-Geständnisse sind äußerst selten. Ich halte Herrn Schmids Geständnis für einen bemerkenswerten Vorgang", erklärte Frank. Der weiter im Umkreis Freiburgs tätige Schmid hatte zugegeben, fünf Dosen Epo an Radprofis weitergereicht zu haben.

Alle weiteren Verfahren gegen Verantwortliche der Rennställe und gegen weitere Ärzte, wie das gegen den früheren Teamarzt Lothar Heinrich, sind eingestellt worden. Es seien lediglich Vorgänge der Zeit 2002 bis 2007 überprüft worden. "Wir haben alles getan, was wir tun konnten. Das Ergebnis ist die Einstellung. Herr Heinrich hat sich nicht geäußert", sagte Frank, der im Mai auch den ehemaligen Telekom- und T-Mobile-Star Jan Ullrich verhört hat. Der Tour-de-France-Sieger von 1997 habe sich "ausführlich geäußert". Gegen den inzwischen 38-Jährigen hatte die Staatsanwaltschaft Bonn 2008 die Ermittlungen wegen Dopings eingestellt, nachdem der Profi 250 000 Euro für wohltätige Zwecke gezahlt hatte.

Der Internationale Sportgerichtshof Cas sperrte Ullrich im Februar 2012 für zwei Jahre wegen seiner Kooperation mit dem mutmaßlichen spanischen Dopingarzt Eufemiano Fuentes. Der Oberstaatsanwalt nimmt aus der rund fünfjährigen Ermittlungszeit mit, "dass sich diese Szene erfolgreich abschottet".