Baunatal Doping: Im Profi-Radsport rumort es wieder

Baunatal / DPA 30.06.2014

Roman Kreuzigers Unregelmäßigkeiten im Blutpass, Diego Ulissis Doping beim Giro und Unstimmigkeiten über ein ärztliches Attest für Toursieger Chris Froome: Im Radsport rumort es wieder. Eine Woche vor dem Start der 101. Tour de France am Samstag in Leeds/England strich das dänische Tinkoff-Saxo-Team den tschechischen Radprofi Kreuziger aus seinem Aufgebot für die Frankreich-Rundfahrt.

Jetzt muss der wiedererstarkte Alberto Contador, dessen Dopingsperre im August 2012 abgelaufen war, im prognostizierten Favoriten-Duell gegen Froome ohne seinen wichtigsten Helfer auskommen. Wie der 28 Jahre alte Kreuziger in einer persönlichen Erklärung bestätigte, hätte die Anti-Doping-Organisation (CADF) des Radsport-Weltverbandes UCI in seinem Biologischen Pass Auffälligkeiten festgestellt und deshalb eine Untersuchung eingeleitet. Die Unregelmäßigkeiten gehen auf die Jahre 2011 und 2012 zurück. Damals fuhr der Rundfahrtspezialist für das kasachische Astana-Team von Alexander Winokurow. Kreuziger bestreitet allerdings nicht nur Doping, sondern überhaupt auffällige Werte. Dafür zitierte er wissenschaftliche Experten. Sein Team unter der Leitung des 2007 geständigen Ex-Toursiegers Bjarne Riis beschlossen, den Tschechen dennoch aus dem Tour-Aufgebot zu nehmen.

Die neue italienische Radsport-Hoffnung Diego Ulissi, Sieger der Giro-Etappen fünf und acht, war auf dem elften Tagesabschnitt positiv auf das Asthmamittel Salbutamol getestet worden. Sein Lampre-Team suspendierte ihn. Froome war in die Schlagzeilen geraten, als der durch die UCI genehmigte Einsatz eines Anti-Asthma-Sprays während der Tour de Romandie im Mai bekanntgeworden war. Angeblich hatte die UCI die Ausnahme-Genehmigung erteilt, ohne - wie im Wada-Code vorgeschrieben - ein Experten-Gremium einzuschalten. Allerdings sanktionierte die Wada die Vorgehensweise des Verbandes im Nachhinein.

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