Paris Doping-Fahnder haut in Paris auf die Pauke

In Paris umringt von Kameras und Mikrofonen: Travis Tygart, Chef der US-Anti-Doping-Agentur Usada, hat den Radsport-Weltverband hart kritisiert. Foto: afp
In Paris umringt von Kameras und Mikrofonen: Travis Tygart, Chef der US-Anti-Doping-Agentur Usada, hat den Radsport-Weltverband hart kritisiert. Foto: afp
Paris / DPA/SID 27.04.2013
Auftritt in Paris: Der Chef der US-Antidoping-Agentur Usada, Travis Tygart, hat im französischen Senat den Radsport-Weltverband UCI scharf attackiert.

Der Dauer-Zwist zwischen dem Radsport-Weltverband UCI und der US-Anti-Doping-Agentur Usada nimmt an Schärfe zu. Es sollten "Fakten geliefert werden, bevor Schlüsse gezogen werden", forderte jetzt ein Sprecher der UCI als Erwiderung auf Usada-Vorwürfe vom Vortag an die Adresse des Dachverbandes. "Ich habe Beweise dafür, dass die UCI in die Doping-Affäre Armstrong verstrickt ist", hatte Usada-Chef Travis Tygart in Paris auf einer Senats-Anhörung erklärt.

Der Anwalt forderte den inzwischen lebenslang gesperrten Lance Armstrong auf, Informationen zur angeblichen UCI-Verstrickung in die den Ex-Profi betreffende Doping-Affäre zu liefern. "Tygart hat keine Beweise irgendwelcher Verstöße. Stattdessen produziert er Schlagwörter und liefert eine Interpretation einer Unterredung mit Armstrong", hieß es in der UCI-Stellungnahme weiter. Die UCI begrüße ausdrücklich jede "Hilfe und Klarstellung" durch Armstrong.

Die Anti-Doping-Behörde hatte dem Weltverband Korruption und Verschleierung positiver Doping-Analysen Armstrongs vorgehalten. Die UCI weist alle Anschuldigungen kategorisch zurück. Unstrittig sind allerdings Geldspenden Armstrongs an den Verband in Höhe von 125 000 Dollar. Die Zuwendungen konnten bisher weder der Ex-Profi noch die UCI-Spitze unter dem aktuellen Präsidenten Pat McQuaid oder seinem Vorgänger Hein Verbruggen plausibel erklären. Die UCI gab der Usada und der Welt-Anti-Doping-Agentur Wada die Schuld am Scheitern der Schaffung einer "Wahrheitskommission", die mögliche Verfehlungen des Weltverbandes untersuchen sollte. "Schön, wenn Tygart von Kooperation spricht, aber wir dürfen nicht vergessen, dass die Kommission nicht zustande kam, weil Wada und Usada eine Zusammenarbeit ablehnten", teilte der UCI-Sprecher weiter mit. "Angst vor dem Bekanntwerden eigenen Fehlverhaltens", hätten laut UCI für die Ablehnung der Kooperation gesorgt. Laut UCI habe die Usada Armstrong, dessen sieben Tour-Erfolge wegen Dopings aberkannt worden waren, in seiner Karriere 49 Mal getestet. Der Dachverband kontrollierte 189 Mal. Nie hätte nach UCI-Lesart ein positiver Befund vorgelegen.

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